Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298621
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Oberitaläen. 
Fünftes Buch. 
Schule. 
Die genueser 
ersten Gattung gehört das lllartyrthum des heil. Georg in sei- 
ner Kirche, welches durch die Schönheit des heiligen Opfers, 
durch seinen und der Umstehenden Ausdruck, durch Anordnung, 
Mannichfaltigkeit und Kraft des Helldunkels für sein bestes Bild 
gehalten wird. Zur zweiten Gattung gehören wol mehrere 
Muster, wie das Bild bei den Rocchettinern des heil. Benedict, 
Johannes der Täufer und Lukas, welches so viel von Perino 
und Raffael hat; noch mehr aber der Raub der Sabinefinncn. 
in Tcrralba, einer Vorstadt Genuais, im Palast der Imperialen. 
'Alles gefällt an dieser Arbeit; die prachtvollen Gebäude, die 
schönen Pferdej die spröden Mädchen, die leidenschaftlichen 
Räuber, die kleinem Scenen, die in mehrern Abtheilungen die 
llalnptscene heben und gleichsam fortführen. lllengs soll, nach- 
dem er dies Gemälde betrachtet, gesagt haben: nie half ich, 
ansser Rom, die vaticaner Hallen besser als heute zu sehen 
geglaubt. Er malte auch andere verdienstliche Bilder, beson- 
ders für Sammlungen, wo ich mehr freie, als aadächtige gq- 
sehen habe. Als er endlich Wittwer ward und sich in eine Ver- 
wandte verliebte, welche zu heirathexi er heim Papst alle lllittel, 
aber immer vergebens, versuchte, so fing er an isich in seinem 
Style zu verschlechtern. Hierauf ging er an den Hof nach 
Madrid, immer noch in der Absicht, diese Vermählung auszu- 
mittcln; als er aber auch hier sich alle Hoffnung abgeschnit- 
ten sah, erkrankte er und starb. lm Escurial hinterliess er 
nicht wenig Bilder, darunter jenes Paradies aus viel Figuren 
an dem Ucckengewülb dieser Kirche; ein Werk, das Lomazzo 
sehr lobt, lllengs aber, der es mehrere Jahre geprüft und 
betrachtet, weniger.   
iGio. Batista Castello, Cambiasois Geführte, heisst 
in Genua gewöhnlich il Bergamasco, um ihn von einem 
andern Genueser zu unterscheiden, der denselben Namen und 
Zunamen führte, Cambiaso's Schüler und der berühmteste 
illiniaturmaler seiner Zeit war. Der Andere dagegen, in Ber- 
gamo geboren und als Knabe von Aureli0 Buso nach Genua 
gebracht, blieb daselbst, als Buso unvermuthet abreiste. So 
ganz verlassen, fand er in der pallavicinischen Familie einen 
Gönner, der ihn aufnahm und seine Bildung förderte, ihn nach 
Rom sendete und von dort als Baukünstler, Bildhauer und Ma" 
ler, der Cambiaso nicht nachstand, zurückerhielt. Sein nach
        

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