Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298616
Zweiter 
Zeitraum. 
Perinu 
unH 
seine 
Jünger. 
259 
von Boschini (S. 292) 3) als Muster" schöner Umrisse aufge- 
führter, in den Sammlungen der Kunstfreunde sehr geschätzter 
Zeichner, führte er seine Gedanken so schnell und sicher-l aus, 
dass Arm enini versichert, er habe ihn mit zwei Pinseln ma- 
len sehen, und nicht minder frei und sicher, als Tintoretto. 
Ucbrigens war er fruchtbar an immer neuen Bildern, sinnreich 
in den schwierigsten Verkürzungen und andern Kunstschwierig- 
keiten. Anfangs fehlte es ihm an gründlicher Kenntnis der 
Fernsichtmalerei; bald aber hcmeistertc er sich dieser Wissen-Ä 
sehaft mit Hülfe seines grossen Freundes und Gefährten Ca- 
Stelle, wie wir bald sehen werden. Durch ihn verbesserte er 
auch sein Colorit und den Geschmack in Anordnung. Mit 
Castello lieferte er nicht wenig so ähnliche Werke, dass man 
kaum beide Hände zu unterscheiden vermag. Doch waren dies 
nicht seine bessern. Man muss ihn da kennen lernen, wo er 
üllein malte, und nirgends als in Genua, auch nichtausserhalb 
der zwölf Jahre, auf welche Soprani seine höchste Blüthe 
beschränkt. Man lasse sich diese Bemerkung Sopranfs nicht 
befremdenl Luca war nicht so glücklich, jene grossen Meister 
zu hören, welche mit zwei Worten ihre Schüler zurechtweisen; 
er förderte sich aus eignen Mitteln; ein langer, mühseliger Weg, 
auf welchem man tausend vergebliche Versuche macht, ehe man 
dahin gelangt, wo man hin will. Cambiaso aber gelangte 
dahin, und hielt sich darauf, bis eine wilde Leidenschaft, wie 
Wir sehen werden, ihn abienktc. 
Beschränkt man, sich. nun auf die Arbeiten jener zwölf 
Jahre, so gewahrt man einen Mann, der mit der grössten Vor- 
liebe für die rönxisehe Schule aus Stichen, oder seinem Ge- 
mius, oder sonst woher, sich auflcliirt und so eine gewisse Ur- 
ßigenthümlichkeit anstrebt; bald erscheint diese, und dann 
wünschte man Cambiaso immer so; bald erscheint sie nicht, 
und dann möchte man ihn nur als Nachahmer sehen, Zu der 
L 
8) KNeIches Buch des Boschini L z. nneinth wissen wir nicht, 
5a dessen Schriften un nicht zu Gebote stehen. Max-eo Bosch ini 
schrieb: Le nzfnfcre llellapillurrz, cnrnpendiosainfurmazrbne(li M arca 
Boschiui. Venezfa 1664. in 12m0; seconvla iznpresszbne 1674.  
1 ginjelli pillaresclzi , virtuose nrnamcnlo della ciltä Vicenza. 
VfvenzaJTifi. in 12m0.  La cartzz delmwegar pillm-esca. Venexfz: 
1660. Q. 
R 2
        

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