Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298595
Zweiter 
Zeitraum." 
Perino 
und 
seine 
Jünger. 
257 
Arbeit an den Wänden und der Kuppel der S. Caterina; ein 
kaltes, mühseliges, mit einem Worte, greisenhaftes Werk. Ueber- 
haupt leistete Lazzaro nach seiner Rückkehr zur Malerei und 
noch mehr nach Pantaleo's Tode, der ihn unermüdlich bei 
jeder Arbeit unterstützte, nichts Merkwürdiges weiter, als dass 
er hundert und fünf Jahr alt ward.  
So viel man weiss, hatten die beiden Semini, Andrea 
und O ttavio, in Genua keinen andern Lehrer, als ihren Vater 
Antonio, hielten aber, wie ihr Vater und ihr Zeitgenos: 
Luca, viel auf Perino. Man erzählt in dieser Hinsicht, 
Perino habe sie einst zusammen über einem Stiche Ti- 
zianis gefunden und da sie, ich weiss nicht welchen Feh- 
ler in der Zeiehnunglgetadelt, habe er warnend gesagt, an 
Arbeiten tüchtiger Männer müsse man das Schlechte ver- 
schweigen und das Gute loben. Aber beide Brüder gewannen 
RaffaePs Schönheiten lieb und wollten sie an der Quelle 
kennen lernen, gingen also nach Rom, übten sich ileissig nach 
ihm, copirten auch Alterthümliches, besonders die Säule Tra- 
jans. Nach Genua zurückgekehrt und auch nach Mailand be- 
rufen, malten sie viel, bald vereint, bald getrennt, immer im 
Geiste der römischen Schule, besonders in den ersten Zeiten. 
Andrea hatte weniger Naturanlagcn, als Ottavio, und be- 
harrte wol mehr bei der raffaelischen Weise, in den Um- 
rissen der Gesichter mindestens. Zuweilen fehlt ihm das Weiche 
llnd Mürbe, wie in dem Gekreuzigten, einem neuen Erwerb des 
Grossherzogs von Toscana; er fehlt auch wol in der Zeich- 
Dung, wie in der Krippe zu S. Franceseo in Genua, welche 
übrigens im Ganzen raffaelisch und unter seine bessern Bil- 
der zu rechnen ist. Ottavio, ein schlechter Mensch, aber 
guter Maler, ahmte seinen Meister so nach," dass, wer ihn nicht 
gesehen, es für unglaublich hält. Er malte die Giebelseite des 
Weiland 4D0ria-, jetzt lnvreapalastes, mit so geschmackvollen 
Bauwerken, so mancherlei schönen Brustbildern und abgetrenn- 
ten Figuren, vorzüglich aber einen Sabinerinnenraub, dass, 
Giulio Cesare Procaceini ihn für eine Arbeit Raffaels 
hielt und fragte, ob er noch mehr in Genua gemalt habef Für 
gleich oder doch beinahe gleich verdienstlich galten seine übri- 
gen "Wandgemälde in den Häusern mehrerer Grossen, bis er, 
Wie Wandmaler meist pflegen, einen leichtem, minder gefeilten 
III. ßa. R
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.