Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298588
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Oberiialien. 
Fünfte: Buch. 
Die genueser Schule. 
jetzt Spinola.  mit Gefangenen in verschiedenen Stellungen, 
welche als eine iArt Zeichnungschule angesehen werden, und 
allerlei farbigen und einfarbigen Geschichten, die bessern Ge- 
schmack verrathen 6). Im Palaste Pallavicini alt Zcrbino stell- 
ten sie Seipiois Enthaltsamkeit dar; eine Nachweisung, die 
ich Ratti verdanke, welcher sie in seiner Ausgabe von 1768 
nicht beigebracht hatte und mir für mein Werk mittheilte. 
Auch hier brachten sie Nackte mit so glücklicher Nachahmung 
des Meisters an, dass sie, auch nach Mengsens Urtheil, für 
ihm angchörig gelten könnten. Doch wissen wir, dass Pe- 
rino mit Zeichnungen und Vorlegehliittern (reigebig war; da- 
her man in diesen bessern Arbeiten immer die Beihiilfe einer 
meisterhaften Hand vermuthet. Wie dem auch sei, liazzaro 
ward eitel auf sein Wissen, misbrauchte es und hinterliess Ar- 
beiten, die, ausser Corenzio, kein illaler nachgeahmt hat. 
Als er einige junge Maler-auf Kosten seines Ruhms und Ge- 
winns steigen und sich vorgezogen sah, nahm er, um nicht 
der zweite zu seyn, seine Zuflucht zu den schwärzesten- Kunst- 
'griii'en. Einen derselben, Giacomo Bargone, vergiftete 
er; gegen die andern bewahrte er sich mit einer Menge An- 
hänger, wol auch Söldlinge, die beim unverständigen Pöbel 
seine Werke in den Himmel erhoben und fremde herabsetzten. 
Dergleichen Bänke wurden vorzüglich gebraucht, als er in einer 
Capelle der edeln Centurioni die Geburt Johannis, wetteifemd 
mit AndreaQSemini und Luca Cambiaso, malte, welche 
andere Geschichten des Heiligen darstellten. Dies Werk ward 
eines seiner gelungensten und eigenthiimlichsten; konnte jedoch 
nicht hindern, dass yon nun an Cambiasrfs Genius den sei- 
nen übcrfunkelte. Desshalb wählte ihn Fürst Doria zu einer 
reichhaltigen Arbeit auf Kalk in der Kirche S. biatteo; worüber 
Calvi sich so erziirnte, dass er sich der Schiffahrt- und Fecht- 
kunst ergab und fast zwanzig Jahre keinen Pinsel anriihrte. 
Endlich ergriff er ihn Wieder und malte, nur freilich etwas trocken, 
bis in sein Söstes Jahr. Zu seinen letzten Bildern gehört die 
G) Dieses Werk wird als eines" der hesten L azzaru" s von L o- 
mazzo gepriesen nebst den Siegeszügszn von Giulia, PolidorO 
und andern wackern Männern, im Trattato della piltura. p. 398. 
L.
        

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