Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298524
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Oberitalien. 
Fünftes Buch. 
Die gen ueser 
Schule. 
Um die Zeit, wo Carlo nach Genua kam, führte das 
Glück auch Pierfrancesco Saechi dahin, den Lomazzo 
lobt, Pierfrancesco Pavese und des in Mailand herrschen- 
den Styles sehr kundig nennt. Er war ein guter Ansichten- 
maler, höchst angenehmer Landschafter, flcissiger und genauer 
Zeichner. Noch ist von ihm im Oratorium von S. Ugo das 
Bild der vier heiligen Lehrer zu sehen. Sacehi's Styl kommt 
mit dem des Carlo di Mantegna, so viel seine Arbeiten 
in Mantua beweisen, sehr überein; denn in Genua ist keine 
Spur davon übrig. Lodovico Brcais Schule zog daruals 
zwei Jünglinge mit den trefflichsten Anlagen für die Malerei. 
Der eine hiess Antonio Semini, der andere Teramo Piag- 
gia, oder Teramo di Zoagli, seinem Geburtsort. Die Ge- 
schichte meldet nicht, dass sie, als sie für die Stadt zu arbeiten 
begannen, sich mündlichenUnterrichts, oder auch der Musterbilaler 
der neuen lllcister erfreuten; wohl aber oiieubaren es ihre Bilder. 
Sie malten vereint und brauchten Einer des Andern Namen; in 
dem llvlartyrthuxxx des heil. Andreas in dessen Kirche fügten sie 
sogar ihre Ebenbildnisse hinzu. Niemand hat wol dies schöne 
Gemälde gesehen, ohne darin Braun's bereits gesteigerten und 
in einen neuem umgeschaffenen Styl zu bemerken. Die Figu- 
ren sind. noch nichti gross, wie in der spütcrn bessern Zeit, 
die Zeichnung ist noch nicht hinlänglich markig; aber in den 
Gesichtern ist eine Wahrheit, welche festhält, im Colorit eine 
erfreuliche Einheit, der Faltenwurf ist leicht, die Anordnung 
etwas gehäuft, doch nicht misfiillig; wenig Künstler des soge- 
nannten altcrthümlich neuen Styls sind diesem Freundespaare 
vorzuziehen. Wo Ter amo allein in Chiavari und Genua selbst 
malt, hat er mehr Altcrthünrliches, besonders in der Anordnung; 
daher ist er immer lebhaft in den Gesichtern, überlegsam, an- 
inuthig. 'Antonio scheint nur gleichsam der Pietro P9- 
rugino seiner Schule. Er nähert sich der guten Zeit in 
seiner Kreuzabnahuic bei den Dominieanern in Genua, und in 
mehrern andern, ihrer Figuren und der bcigiingigen Ansichten 
und Landschaften wegen sehr schiitzbarexi Bildern; aber da 
bewundert man ihn nicht am meisten. Man muss seine Ge- 
burt in S. Doiuenieo zu Savoua sehen, um sich zu überzeugen, 
dass er selbst Perino und Raffael nacheiferte."  
Bevor Wll" nun aber zu einer bessern Zeit übergehen, mögen
        

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