Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298504
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Oberitalicn. 
Fünftes Buch. 
Die genueser Schule. 
Gefährte oder Schüler war vermuthlich dieser Girolamo, 
den Orland i, wiewol aus demselben Orden, doch nicht kannte. 
Soviel man wciss, hat kein ausivärtigeki- Maler in Ligu- 
rien eine Schule eröiTnet, ausgenommen einer von Nizza,' der 
seiner Nachfolge wegen gleichsam als der Urvater der alten 
genueser Schule gilt. Er heisst Lodovico Brea, dessen 
Arbeiten in Genua und dessen Gebiet nicht selten F), von 
1483 bis 1513 reichen 6). Er bleibt im Geschmack hinter den 
besten Zeitgenossen der übrigen Schulen zurück, indem er" Ver- 
goldung liebt und in der Zeichnung trockner ist, als sie. Den- 
noch steht er an Schönheit der Köpfe und Lebhaftigkeit der 
Farben, die noch fast unverletzt stehen, Wenigen nach, Auch 
einen guten Faltenwurf hat er, stellt verständig zusammen, 
wühlt die minder leichten Fernungen und ist in den Bewegun- 
gen riistig. Im Ganzen möchte man ihn eher Haupt einer 
neuen Schule, als Jünger einer andern nennen. An grosse 
Verhältnisse wagte er sich nicht; in kleinen, wie in einem 
Kindermorde zu S. Agostino, ist er tüchtig. Sehr gelobt 
wird sein Johannes im Oratorio der lilauloxina (ll Savona, im 
5) O rle I1 di lobt diesen Meister in dem Abecedario piltarico 
über alle Maßsen. Q. 
6) Brei schrieb auf die Altarlafei in Santa Zilaria della Cansu- 
lasione, welche eine Himmelfahrt voretellt, folgende Worte: Ar! lau. 
dem summi, scanzlevzlisgue elera Christi, Petrus de! Falis Divina 
mzmrre fecit lmc opus impingi Lmlnvicn Nie-irre mzluS. 1483. die 17. 
Augusti. Ein anderes Gemälde in Santa ßlaria (Ie' PP. Domain"- 
vmli di Caslello in Genua bezeichnete Brea: Luriuvicus Brea b'i- 
eiensis _facz'ebrzt anno 1513. Vila de? pilmri genovesi P. 21. u. 22. 
S 0 p ra n i, der Verfasser dieses iVerks, schliesst nun daraus, dass Br e a 
Von 1483 bis 1513 in Genua gewohnt habe. Man könnte aber eben 
Bowul daraus schiiessen, dass dieser Künstler 30 Jahre abwesend 
von Genua. war, weil man kein Gemälde von ihm dnrt findet, wel- 
ches mit einer zwischen 1485 und 1513 liegenden Juhrzahl bezeichnet 
wäre. Allein man Jcönnte noch auf eine dritte Vermuthung kommen, 
dass Brea zu Nizza 11183 den 17. August geboren ward und dies nicht 
ÖCP Tßg seynysoll, an welchen: das Bild gemalt wurde; denn ein 
Bild wird nicht an einem Tage fertig. Zvwar widersprivht dieser Ver- 
lnuthung, 418.88 Brea in Savuna ein (iemäide gefertigt haben soll, 
auf welchem geschrieben steht: Fa (Iipinla nel 149i). 1st denn aber 
auch gewiss dies Gemälde von Bren?  Hat aber Brea das grosse 
Bild in Savpna. wirklich gemalt, welches mit 1490 bezeichnet ist, so 
wäre es wahrscheinlicher, dass er nicht während 30 Jahren in Ge- 
nua. einheimisch war. Alsdann könnte allerdings auch 1483 nicht das 
Geburtsjahr des lirea seyn , weil Niemand als Kind von 7 Jahren 
ein Altarbild zu malen vermag. Q.
        

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