Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298443
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Oberitalien. 
Viertes Buch. 
Die Aferrarer Schule. 
der Memorie delle belle arli gethan, der kürzesten und doch 
beliebtesten Zeitschrift in Italien. Hier muss ich nur seinem 
Scharfsinn und Fleisse ihr Recht widerfahren lassen. Er ent- 
deckte "die Schwierigkeit der in der Encyklopiidie angegebenen 
Verfahrungsart und fand einen neuen Weg. -Er sah ein, dass 
Weinsteinsalz nicht zu Auflösung und Schmeidigkeit des Wach- 
ses von den Griechen gebraucht worden seyn konnte, tbeils 
weil sie es nicht kannten, theils weil seine eigene Erfahrung 
ihm das Gegentheil lehrte. Er erkannte, dass das Feuer hin- 
ter der Malerei nicht von den Griechen konnte angewendet 
worden seyu, weil es bei starken Mauern nicht anwendbar ist. 
Nach vielen Versuchen entdeckte er, dass das Mastix ge- 
nannte Gummiharz wol bewirken möchte, was er vergebens 
vom Weinsteinsalz erwartet hatte. Daraus nun und aus Wachs 
machte er kleine Stiftchen und fand mehrere Arten, die Farben 
derselben zu verfliissen und für das Malen behandelbar und 
schmeidig zu machen. WVar die Arbeit fertig, so überzog er 
sie entweder ganz leicht mit Wachs, wie mit eiueni Firnis, 
oder auch nicht; in jedem Fall aber vollendete er sie durch 
angebrachtes Feuer, oder, wie er es nennt, Breunuug. Dies 
geschieht durch ein der Vorderseite der Malerei genäbertes 
Kohlenbecken; und zuletzt wird die Arbeit mit einem Stück 
Tuch übergangen, wo denn die Tinten belebt und glänzend 
werden. 
Die ersten Versuche, die Requeno für sich machte, oder 
auch mehrern Malern anftrug, habe ich ehmals bei Giuseppe 
Pignatelli in Bologna gesehen, welcher viel Kenntnisse und 
Geld an diese Erlindung gesetzt hat. Es stand aber nicht zu 
helfen, dass eine neue Gattung der Malerei mit einemmale zur 
Vollendung gediehe. Das erkannte der Verfasser des Werks 
und sprach sich so darüber aus! "Sobald einer ein besseres, 
dass heisst, weisseres und härteres, in Wachs und Wasser 
gleich anflösliches Gummiharz findet, als das von mir ge- 
brauchte, werden auch die enkaustisehen Bilder schöner, stün- 
diger und dauerhafter seyn. Ich bin kein Maler von Gewerb, 
und verdiene auch als Kunstliebhaher nicht besonderes Lob. 
Meine Bilder 
und ständige 
sollten nur zeigen, dass man 
Weise mit Wachs, ohne Oel, 
auf eine leichte 
ohne Leim malen
        

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