Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296158
Erster 
Zeitraum. 
Diä Alten. 
Orazio di Jaeopo genannte. Wenigstens bemerkt man in 
jeder Schule, dass, wer einen Maler zum Vater hatte, gern 
Seinen Namen wie zur Stütze und Empfehlung des eignen an- 
braehte. Ein Giovanni di Bologna, 'in seiner Vaterstadt 
unbekannt, hinterliess in Venedig ein Bild des heil. Christoph 
in der Handelschule zu S. Maria dell' Orto, wo er seinen 
Namen, aber das Jahr nicht hinzufiigte. Aus seiner sehr al- 
terthiimliehen iDarstellulngsart lässt sich sehliessen, dass die 
Stelle, die wir ihm anweisen, ihm nicht unangemessen sei. 
Lippe di Dalmasio, der ehemals für einen Carmeli- 
ter gehalten wurde, bis in der turiner Ausgabe des Baldi- 
nucci erwiesen wurde, dass er bis an seinen Tod beweibt war, 
stammte aus Vitaleis Schule, und wurde Lippo dalle Ma- 
donne genannt. Es ist eine Sage, dass er Caterina 
Vigr-i unterrichtet, von Welcher Miniaturen und ein Jesuskind 
als Bildtafel übrig sind. Lippoßs Darstellungsart weicht von 
der alten vielleicht nur in einer bessern Verbindug der Tinten 
und Fall der Gewänder ab; doch hat er sehr breite Gold- 
Spitzen, wie man sie gegen Anfang des fünfzehnten Jahrhun- 
derts überall trug. Schön und ausgezeichnet sind die Köpfe, 
besonders einiger Madonnen, die Guido Rcni zu betrachten 
nicht müde ward, riilunend, dass dem Lippo eine höhere 
Kraft, die Hoheit, Heiligkeit und Sanftheit einer Mutter Got- 
tes im Gesicht ausdrücken, helfe, und dass ihm darin kein 
Neuer gleich komme. Dies bemerkt Malvasia als Ohrenzeuge. 
Ausserdem versichert er aufGu id o's Wort, dass Lipp 0 manche 
Scenen aus Elias Leben auf Kalk mit grossem Feuer gemalt; 
und auf Tiarini's, dass er einige Bilder in S. Procolo auf 
der Strasse S. Stefano und in Privathäusern in Oel gemalt habe; 
Wesshalb er die anderwiirts von uns erörterte gewöhnliche An- 
sicht von Antonello bestreitet. Lipptfs Zeitgenoss musste 
Maso von Bologna seyn, der die alte Kuppel der Hauptkirche 
malte. " " 
Nach 1409, Lippws letztär Arbeitszeit, ging die bo- 
lßgner Schule etwas abwärts, wie nicht anders seyn konnte. 
Dür Erzieher der Jugend Dalmasio War nicht ausschliesslich 
und vdn Hause aus Gesbhichtsmaler; und wie Bildnissmaler 
keine Schule besonders gefördert haben, Akonnte auch er es 
nur mittelmäßig. Die Geschichtschreiber geben diesen Verfall
        

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