Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298397
III. 
Verf. 
der Kunst und 
Stift. 
einer Akaä. 
237 
men, um das Uebrige wenig. Seine Bilder sind gewöhnlich 
desto besser, je kleiner die Figuren sind; und können auch 
üusser Privathüusern im Monte della Pieta, und der Sacristei 
zu S. Leonardo in Ansicht genommen werden. Er zog manche 
Schüler, deren bester Girolamo Gregorjlwar. Dieser, von 
Parolini zum Figurenmalen angeleitet, nachher von Gio. 
Gioseffo dal Sole, war in grössern Arbeiten, deren er 
jedoch unzählige lieferte, nur selten glücklich, weil er die 
Mühe scheute; in kleinen Landschaften fand er viel Beifall. 
Dasselbe kann man von dem kurz zuvor genannten Aranzi 
Sagen, der ausser anmuthigen Landschaften auf Leinwand und 
in Stichen, jeden andern Landsmann in Frucht- und Blumen- 
Stücken übertraf. 
Endlich verdient noch eine der Malerei höchst nützliche 
Erfindung erwähnt zu werden, welche in diesem letzten Zeit- 
raum von einem Fcrrarer bekannt gemacht und in den folgen- 
den Jahren von andern vervollkommnet ward. Antonio Con- 
tri, Sohn eines rechtlichen Ferrarers, der sich häuslicher Ver-  
hiiltnisse wegen lange in Rom und hierauf in Paris aufhalten 
musste, übte sich in beiden Hauptstädten in der Zeichnung, 
wozu er vielen natürlichen Hang hatte; noch mehr aber, als 
auf Malerei, legte er sich anfangs auf die Stickerei. Als er 
nach Italien zurückkehrte und sich in Cremona niederliess, 
lernte er bei Bassi Landschaften malen, wo er Blumen an- ' 
zubringen pflegte, in welcher Gattung er sich vorzüglich aus- 
zeichnete. Auch Fernansichten und Thiere malte er gut. Seine 
und seines Sohnes, Francesco, Gemälde, der ganz seinem 
Styl anhing, blieben in Cremona, Ferrara und den Umgebun- 
gen; aber weitum verbreitete sich seine eben angedeutete neue 
Erfindung. Er erfand nämlich ein Mittel, jedes Gemälde, ohne 
dass es an Zeichnung oder Colorit verlor, von den Mauern 
auf Leinwand übcrzutragen. Mehrere ein ganzes Jahr lang 
gemachte Versuche belehrten ihn, einen Leim, oder, wenn man 
es so nennen will, ein Harz zu fertigen, welches er auf eine 
dem überzutragenden Gemälde gleiche Leinwand zog. Nun 
legte er sie auf das Gemälde, drückte sie mit einem hölzernen 
Stäbchen wohl an, schnitt den Kalk darum ab, und legte auf 
die Leinwand ein wohl allenthalben aufliegendes Brett, damit 
es überall anzöge und gleich würde. Nach einigen Tagen zog
        

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