Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298387
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Oberitalien. 
Vierles Buch. 
Die ferrarer. Schule. 
neigung vor der Kunst, dass er seinen Sohn, falls er die Wand- 
malerei treiben sollte, für enterbt erklärte. Somit folgten ihm 
Schiller, die er erzogen hatte, unter welchen Giuseppe Fac- 
chinetti alle übertraf. Er malte in S. Catterina da Siena 
und anderwärts in einem gediegenen und doch zarten Style, 
und wird fast als der Mitelli seiner Schule geachtet. Näher 
im Style kam ihm, nicht ohne den Vorwurf des Stehlens, Mau-- 
relio Goti der Ferrarer, von welchem noch Fernsichten auf 
Leinwand in Gallcrien vorhanden sind. Aus derselben Stadt 
und Sehule war Girolamo Mengozzi Cclonna , der 
sich in Venedig nicderliess und lange dort lebte. Er malte in 
der Kirche der Tolentiner izu Zompini's Figuren die Ver- 
zierungen, wie bei den Barfiissern zu denen des Tiep olo; auch 
im herzoglichen Palaste und anderwiirts malte er Baustücke. 
Zanetti, der, ihn im Wfegweisez- obigermassen genannt hatte, 
nennt ihn in der Piltura Venezianer, nämlich 38 Jahre später, 
Colonna Mengozzi, und gebürtig aus 'l'ivoli. Gua- 
rienti lobt ihn als den ersten Ansichtenmaler seiner Zeit. 
Die Landschaftmalerei, rlie nach den Dossi aus Ferrara 
fast ausgewandert war, wurde von einigen Ausheimisehen wie- 
der zurückgeiührt. Giulio Avellino, der Messiner, wie 
er auch hiess, hielt sich lange in Ferrara auf und starb dort 
im Anfange des Jahrhunderts. Er war Schüler Salvator 
Rosa's gewesen, dessen Styl er etwas sänftigte und häufig 
mit Trümmern und Baustückcn schmückte, nicht ohne kleine 
muntere und glücklich hingeworfene Figuren. Die Herren Crc- 
mona und Donati haben auserlesene Sachen von ihm, und in 
Ferrara und Romagna ist wol keine Sammlung, die sich der- 
gleichen zu besitzen nicht rühmte. Nach ihm trat in Ferrara 
Giuseppe Zola auf, gebürtig, wie Crespi schreibt, aus 
Brescia, ein Landschaften" in einem an keinen Meister gebun- 
denen, von Vielen aber angenommenen Gesehmacke. Er war 
erlindsam und motivenreich; seine Iläuser sind dörilich, die 
Trümmer haben etwa Modernes und sind sonderbar mit Ge- 
strüpp und Eppich durchzogen; die Gründe sehr blau, Gegen- 
stände und Figuren, worin er minder stark war, sehr mannich- 
faltig. Die ersten Arbeiten von ihm werden mehr als die spä- 
tern geschützt; denn als er viel Bestellungen bekam, arbeitete 
er handwerksmässig und kümmerte sich, das Colorit ausgenom-
        

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