Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298351
IlI. 
zu 
Verf. 
Kunst 
der 
und 
Stift. 
einer 
Akad. 
233 
Natur langsam und entliess keine Arbeit aus seiner Werkstatt, 
'wenn sie nicht in allen Theilen vollendet war, Wie sehr 
auch seine häuslichen Umstände ihm Eil anriethen, er ging 
von seiner Weise nicht ab und sah neidlos den eiligen Aranzi 
Bestellungen und Geld in Menge bekommen, indess er mit sei- 
ner Familie darbte. Das edle Haus Bevilacqua unterstützte 
ihn sehr, und es gereicht ihm zur Ehre, dass es für die in 
dem Zimmer, wo Aldrovandini die Ansichten gemalt hatte, 
gefertigten Figuren ihm nicht nur das Bedungene, sondern 
auch noch eine reichliche Vergütung zahlte. Ausserdem malte 
er noch Einiges auf Kalk, was nicht langsame Arbeiter ver- 
trägt. Mehr malte er in Oel; unter die ausgezeichneteren 
zählt man den heil. Thomas von Villanova bei den Barfiissern, 
und die von Engeln unterstützte ohnmiichtige heil. Brigitte in 
der Kirche della Mortara. Die edlen Bevilaqua, Calcngnini, 
Rondinelli, Trotti haben Cabinetsbildcr von lihm, theils Ehren- 
bildnissc, wozu Maurelio besonderes Geschick hatte, theils 
geschichtliche in Halbliguren nach cignanischer Weise. Er 
bekundet darin eine Anmuth, einen Farbenauftrag und eine 
Kraft der Tinten, dass er keinen der ihm gegenüberstehenden 
Maler um etwas anderes, als ihr Glück, beneiden dürfte. 
Giacomo Parolini, Peruzzini's Schüler in Turin, 
dann in Bologna, war bei Maurelio's Tode zugegen und 
vollendete zum Andenken des Freundes und zur Unterstützung 
der Waisen einige von jenem unvollendet gelassene Bilder. Er 
hatte nicht die ächt cign an ische vollendete Ausführung; doch 
hielt er durch zierliche Zeichnung, Eigenheit und Fülle seiner 
Compositionen, liebliche Farbe besonders des Fleisches den Na- 
men-sciner zweiten Schule aufrecht. Da. er sich sehr stark in 
diesem schwierigen Theile der Malerei fühlte, so brachte er 
gern Nackte in seinen Bildern an, besonders Kinder, an deren 
Haltung" Kenner oft den Meister errathen. Seine Bacchanale, 
seine albanischen Reigen und Launen sind so häufig in Fcr- 
erara, dassman eher die Sammlungen zählen kann, wo sie 
fehlen, als die, wo sie befindlich sind. Auch auswärtige haben 
von ihm; und "geiitzte Stiche von ihm sind ebenfalls vorhan- 
den. Sehr geschützt wird sein Bild della Cintura, U. L. F, 
unter mehrern Heiligen, fast lauter Augustinern; ein Bild, 
welches Andrea Bolzoni gestochen hat. Bedeutend sind
        

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