Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298331
Ill. 
Verf. 
der Kunst 
und 
Stift. 
einer Akad. 
231 
seiner Gesellschaft nichts zu fürchten hätten. _Wenn er sich 
nun auch der Mühseliglreit hingab, liess er doch immer in sei- 
nen Figuren durchblicken, dass er seine eigene Gemiithsart 
malte. Am liebsten stellte er in seinen Bildern wild aussehende 
Soldaten und Meuter dar, die freilich zum sanften Style seines 
Meiters nicht passten. Diese und viele andere Gedanken nahm 
er aus Albrecht Dürer's und Lucas von Holland (Ley- 
den) Stichen und bearbeitete {sie au? seine fleissigc und durch- 
dachte Weise, vorzüglich in den Köpfen und Stuhlrüstungen. 
Wiewol er das Kräftige liebt und jede andere Schule Italiens 
nützt, so giebt er doch hier und du. Guitlo's Schule nicht 
undeutlich kund. Ja ein S. Antonio, den er für die Pfarr- 
kirche Corto malte, ein Abendmal U. H. imlSpeisesaal von 
S. Silvestro, und was er immer guidisch liefern wollte, 
gelang ihm trefflich. 
Ein anderer Ferrarer, nämlich Antonio Buonfanti, 
genannt il Torricella, soll aus Guido RcnPs Schule 
seyn, wovon Baruffaldi schweigt. Von ihm sind in S. 
Frances co zwei grosse evangelische Geschichten-F sonst wenig 
andere Bilder sowol als Nachrichten in Ferrara, so das er auch 
anderwärts gewohnt haben muss. Soviel ist gewiss, dass alle 
junge Maler, die nun folgen, Cattauiws Schule zugezäihlt 
werden. So Franceseo Fantozzi, genannt il Parma, 
Carlo Borseti, Alessandro Naselli, Camillo Setti, 
Maler , welche kaum ihrer Landsleute Aufmerksamkeit in. An- 
spruch nehmen. Bekannter ist Giuseppe Aranzi. durch sehr 
viele, meistens verworren und aufs Gerathewohl hingemalte. 
Arbeiten. Er gilt für einen Handwerker, der alle vier und 
zwanzig Stunden ein gutes Tagelohn zu verdienen eilt. Doch 
machen ihm die Enthauptung Johannis in der Karthause, eine 
ganz guercinische Arbeit, und einigeandere Leinwandbilder 
und Stiche, die er gehörig überarbeitete und durchdachte, 
wahrhaft Ehre. 
Cattanio's grösster Ruhm aber ist, dass er Gio. Bo- 
natti erzogen und beim Cardinal Pius in Aufnahme gebracht 
hat. Durch diese Gönnerschaft erhielt Bonatti reichliche 
Unterstützung, sich erst in Bologna unter Guercino, dann 
unter Mola in Rom zu bilden. Auch in Venedig liess er ihn 
lange die Hauptmeister dieser Schule studiren; damit noch
        

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