Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296144
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule; 
schichtbilder in Mezzaratta; viele in Verein mit Simone, 
manche auch allein; wie das Wunder des Schafdeichs, worun- 
ter er schrieb Jacobus ipinxit. Besser als irgendwo scheint er 
mir in der Kapelle San Jacopo zum Heiligen von Padua gear- 
beitet zu haben, wo er, ich weiss nicht was für eine iVaffen- 
that mit viel Feuer vortrug und, man kann wol sagen, sich 
im giottoüschen Style bewegte, ja einigermassen Giotto, 
der kriegerische Aufgaben weniger bearbeitete, übertraf. Sein 
Meisterwerk scheinen die Siegesfeiern in einem Saale zu Verona 
gewesen zu seyu, die Mantegna selbst als etwas Treiiliehes 
lobte. Zuweilen unterschrieb er sich Jadoöus Pauli; und 
darum habe ich gezweifelt, ob er nicht etwa aus Venedig 
stamme, und derselbe sei, der mit seinem Vater Paolo und 
mit seinem Bruder Giovanni dort die alte Bildtafel in 
S. Mareo gemalt habe. Die Zeit trifft wunderbar zu; die 
Aehnliehkeit der Gesichter in den Malereien zu S. Mareo und 
in Mezzaratta verstärkt die Vermuthung; auch kann ich mich 
nicht wohl überzeugen, dass Avanzi sich Jricoöus Pauli 
genannt haben sollte, hätte damals noch ein Maler gelebt, der 
durch ähnliche Unterschrift Ziveideutigkeit veranlasst hätte. 
In Morelli's Notizia p. 5. heisst er Jacomo Davanzo, 
ein Paduaner, oder Veroner, oder, wie Einige sagen, Bologner; 
wodurch seinet wahre Vaterstadt doch wol zweifelhaft werden 
könnte 7). Ohne mich in diese "Streitfrage zu mengen, will 
ich nur sagen, dass ich Bologna wenigstens für seinen bleiben- 
den Wohnort. gegen das Ende seines Lebens zu halten geneigt 
bin; und schon anderwärts ist bemerkt worden, dass einige 
Maler den Ort ihrer Niederlassung gleichsam als Zunamen 
annahmen. Zu ihm scheinen zwei Maler jener Zeit zu gehören, 
der, welcher sich auf einer Bildtafel in S. Michelc in Bosco 
Petrus Jaoobi unterzeichnet, und jener von Malvasia 
7) Es ist hier die Rede von der Kapelle S. F'elice in der Kirche des 
heil. Antonio zu Padua, wo Jacßmo Davanzo den heil; Jacomo 
malte. In Moralli: Notizria (Pnperu (li (liscgno nella prima nurlä 
de! secnlo XVI. scritta du an (maninza m" qyg] lmnpo, wird in Je,- 
Note 8 bemerkt, dass von "Vielen irrig diese Malereien für Arbeiten 
des Giotto ausgegeben worden wären, da. üucli diese Capelle der 
heil. Felice erst 1376 errichtet worden ist. Der Ijngezmurxte nimmt 
das Jahr 1376 für das, in welchem A vanzß diese Bilder malte. 
Q.
        

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