Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298252
III. 
Verf. 
der 
Kunst 
Stift. 
einer 
Akad. 
223 
welche man als die fertigsten, in kurzer Zeit viel leistenden 
Maler auswählte. Nachher wurden mehrere beschäftigt, beson- 
ders Bambini und Croma, auserlesene Bilder der Stadt ab- 
Zumalen, welche der römische Hof in seine Hauptstadt zu neh- 
men beliebte, so dass Ferrara nur die Abbilder und den Geschieht- 
schreibern die Klagen blieben. Nachher ward Card. Aldobran. 
dini, des Papstes Neffe, als Legat angestellt; auch er liebte 
Alie Kunst, war aber ausheimisch und geneigter, die Gemälde 
alter Künstler aufzukaufen, als den Geist der Malerei iin 
Bürgern zu pllegen. Dasselbe muss man auch von den mei- 
Sten Nachfolgern glauben; denn gegen 1650 schrieb Cattanio, 
wie man in seinem Leben lieset, den Verfall der Kunst dem 
Mangel an Beschützern zu und vermochte den ferrarer Cardi- 
nal Pius, einige Jünglinge zu unterstützen, dass sie in B0- 
logna und Rom sich bilden könnten. Allein diese zeitwierigeil 
Unterstützungen brachten der Schule keinen langen, noch 
dauernden Gewinn; und wenn die übrigen italischen Schulen 
in diesem letzten Jahrhundert sich verschlechterten, so erlosch 
die ferrarer fast ganz. Es ist also ihr Ruhm, dass sie sich 
unter minder günstigen Umständen gehalten und lange den 
besten Vorbildern nachzueifcrn fortgefahren hat. 
Um den Anfang des l7ten Jahrhunderts, als für Ferrara 
das neue bürgerliche Zeitleben begann, fing auch für seine Maler- 
schule ein neuer Zeitraum an, welchen ich den der Caracci- 
sten nenne. leh kann von jenem Pietro da Ferrara nicht 
Kunde geben, den Malvasia mit Schedone unter Lodo- 
vico Caraccfs Züglingen nennt. Sein Name ist mir in 
keinem andern Buche wieder vorgekommen. Ohne also von, 
ihm weiter zu sprechen, stelle ich an die Spitze dieses Zeit- 
Püums zwei wackere Männer, die, ohne" in die Akademie der 
Caracci zu treten, ihren Geschmack annahmen: Bonone in 
Ferrara, und Guercino im Gebiet; von welchem ich, weil 
91' lange mit seiner Schule in Bologna lebte, dort sagte, was 
ich hier nicht wiederholen will. Diesen folgten andere Maler 
"11 Legatengebiet, fast siimmtlich Zöglinge der Caracci- 
Wen, oder ihrer Schüler, dergestalt dass, was uns von der 
ferrarer Schule noch übrig ist, gleichsiim eine fortgesetzte bo- 
lngner ist. Es ist auch die Höhe des ferrarischen Ruhms, 
dass es sehr berühmte Nacheiferer der letzten italisehcn Schule
        

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