Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298225
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Oberitalien. 
Viertes Buch. 
Die ferrarer Schule. 
Dom enico Mona  so lieset Baruffaldi auf seinem 
Grabe, wiewol Andere ihn Monio, Moni und Monna nen- 
nen  hatte mehrere Lcbenswege, als Klostermönch, Geist- 
licher, Arzt, Sachwalter versucht, als er endlich bei der Malerei 
blieb, wozu er eine fruchtbare, heissc Phantasie, schnelle lland 
und gelehrte Bildung mitbrachte. Von Bastaruolo unter- 
richtet, hielt er sich bald für einen Maler und stellte seine 
Bilder auf Leinwand öffentlich aus. Da er aber in dem Tech- 
nischen noch nicht gründlich fest, in Köpfen eintönig, in Fal- 
ten hart, in Figuren unfertig war, so genügte er einer Stadt 
nicht, welche, auf jedem Schritte das Beste und Gute zu sehen 
gewohnt, ihren Blick für Malerei so gebildet hatte, dass sie 
schon Mittelmässiges nicht leiden konnte, geschweige denn 
Schlechtes. Mona legte sich also eifriger auf die Kunst und 
mied wenigstens die vorstechendsten Fehler. Von nun an ward 
er auch gern von seinen Mitbürgern beschäftigt; indess waren 
darum seine Arbeiten nicht immer gleich beliebt. Er hat einige 
recht gute geliefert, wie die beiden Geburten zu S. Maria in 
Vado, die eine U. H., die andere U. L. F., worin ein dem 
florcnzer jener Zeit nicht ganz uuähnlicher Geschmack der 
Färbung, und stellcnweis auch ein venediger Beischmack ist, 
Das beste unter allen seinen Bildern ist Christi Grablegung 
in der Capitelsacristei des Doms. Viele andere rühren, oder 
gränzcn an das Mittelmiissige; gefallen aber doch durch eine 
Kühnheit und Ganzheit, die immer einen Meitunxfassenden Geist; 
beurkundet. Selbst die Farbe, wenn er darauf Bedacht nahm, 
kann der Menge gefallen, da. sie, wenn nicht sehr wahr, min- 
destens. hinlänglich lebendig ist. Manche Arbeiten von ihm 
sind von so schlechtem Geschmack, dass sein Zögling Ja- 
copo Bambini sich statt seiner schämte und sie aus Erbar- 
men aufmaltc. Baruffaldi bemerkt die seltsame Ungleich- 
heit dieses Gcistes, und nachdem er die eben erwähnte Grab- 
legung sehr lobend erwähnt hat, sagt er: "vergleicht man 
diese mit seinen übrigen Arbeiten, so erstaunt man und kann 
nicht begreifen, wie er so viel wusste und doch seine Ehre so 
Wenig lieb hatte." Aber man begreift alles, wenn man bedenkt, 
dass er von Natur zur Narrheit und Wahnwitz geneigt war, 
in welchen er endlich verfiel und worin er einen Höfling des 
Card. Aldobrandino umbrachte; wegen welches Morde er in
        

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