Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298207
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Oberitalien. 
Viertes Buch. 
Die ferrarer Schule. 
besonders in einem Bacchanal bei Albani Tizian's, im 
starken Auftrag Dossi's und Carpi's ebensowol, als in 
dem brennenden Gelb, dem tiefen Roth, der lebhaften Farbe 
der Wolken selbst und der Luft. Was ihn sehr vor Vielen 
auszeichnet, sind gewisse annruthige Gesichter, die er zu 
einer gewissen Zeit von seinen zwei Töchtern abnahm; ein 
leichter Duft, der die Gegenstände verchmelzt, aber nicht ver- 
dunkelt, und die behende Zeichnung, die fast an das Trockne 
gränzt, vielleicht im Gegensatz zu Bastiano Filippi, den 
man oft wegen Sehwerfälligkeit tadelte. 
lppolito's Schule lieferte, nach Baruffaldi, keinen 
verdienstvollern Zögling, als Camillo R-icci, einen Jüng- 
ling, von welchem Scarsellino sagte, er würde ihn an 
Ruhm übertreffen und, wäre er später geboren, hätte er ihn 
zu seinem Meister gewählt. Nachdem er sein Schüler gewesen, 
nahm er ihn zu seinem Mitarbeiter und unterwies ihn so in 
seiner Manier, dass die geübtesten Kenner ihn kaum von IP- 
p dlito unterscheiden können. Zart und reizend ist sein Styl, 
wie der des Meisters beinah; der Farbenauftrag noch ruhi- 
ger und gleichmüssiger; und was ihn noch mehr unterscheidet, 
ist ein minder freier Pinsel und minder natürliche, klein- 
liehere Falten. Mehr als irgendwo zeigt sieh sein fruchtbarer 
Geist in der Kirche S. Niccolo, deren Decke 84 Felder hat, 
fast alle von Camillrfs Hand und mehrere Ereignisse aus 
des Bischofs Leben. Schön und o, dass man sie dem Scar- 
sellino zuschreiben könnte, ist seine heil. Margarethe in 
der Kathedrale. Die kleinern Gemälde muss man mehr als 
irgendwo im Hause Trotti suchen, welches reich daran ist; 
auch sein Bildniss in Lebensgrösse ist dort in Gestalt eines 
schönen nackten Genius, der mit Farbentafel und Pinseln in 
der Hand sitzt, umgeben mit Musikalien, Bildhauerj und 
Baumeistergeriithe; Künste, welchen er ergeben war. Unter 
Ippolitfs Schüler zählt Barotti auch Lana, zu Codi- 
goro im Ferrarischen geboren; darum aber nehme ich ihu 
nicht. seinem Modena, wo er blühte. Bei Cittarlella findet 
man auch Ercole Sarti, genannt il Mute di Fiearolo, 
einem Landstrich im Ferrarischen. Dieser, (lnrch Winke und 
Andeutungen unterrichtet, lieferte in seinem Geburtsort und 
alle Quadrella im Mantuanischen einige Gemälde, die im Style
        

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