Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298199
Zeitraum. 
Von 
Alfons 
bis 
Alfons 
217 
einige in Privathäusern, andere so aufgemalt, dass sie nicht 
mehr dieselben sind, andere streitige und gewöhnlich dem Sohne 
zugeschriebene. Dies ist der berühmte Ippolito, zum Unter- 
Schied vom Vater lo Scarsellino genannt, von welchem 
allein in den dortigen Kirchen mehr Bilder zerstreut sind, als 
von vielen Malern zusammen. Nach den ersten Anfangs-grün- 
den bei Gismondo hielt er sich beinahe sechs Jahre in Ve- 
nedig auf, und arbeitete nach den besten Meistern, besonders 
dem Veroner. Einige seiner Mitbürger nennen ihn den Paolo 
ihrer Schule, vermuthlich wegen der Geburt U. L. F. in Cento, 
des heil. Bruno in der ferrarer Karthause und anderer Bilder, 
ill welchen er Paolist seyn will; aber sein Charakter ist ver- 
schieden. Man sieht darin den Umgestalter des väterlichen 
Geschmacks, schönere Gedanken, lieblichere Tinten. Einige 
glauben, er habe dem Gismondo die Augen geöffnet und ihn 
auf seine Bahn gebracht. Mit Paolo verglichen, ist sein Styl 
zwar auf jenen gegründet, aber verschieden, gemischt aus vene- 
diger und lombardisehem, heimischem und auswärtigem, her- 
vorgegangen aus einem in der Kunstwissenschaft fest gegrün- 
deten Verstande, einer heitern und lebhaften Phantasie, einer, 
wenn nicht immer sich gleichen, doch stets fertigen, muntern 
und schnellen Hand. Darum sieht man auch in mehrern lom- 
bardischen und Romagnas Städten viele Bilder von ihm, ge- 
schweige denn in seiner Vaterstadt. 
Dort werden sehr gepriesen die Himmelfahrt Mariens und 
die Hochzeit zu Kanaan bei den Benedictinern; die Trauer um 
Christus und der enthauptet-e Johannes in seiner Kirche; das 
Noli m tangere in S. Niccolö. Sehr geschätzt waren im Bet- 
saale della Scala ein Ptingstfest, die Verkündigung, die Erschei. 
nung, gegenüber der Darstellung im Tempel von Annibale 
Caraeei; von welchen grossen Gemälden man in Privathau- 
sern unendliche Wiederholungen oder Abbilder im Kleinen sieht. 
Auch in Rom iindet man dergleichen, wo Scargellinrfs 
Genxiilde nicht selten sind, im Campidoglio, bei den Albani, 
Borghesi, Corsini, und in ziemlicher Menge bei Lan- 
cellotti. Ich habe sie manchmal mit Künstlern besehen, die 
sie nicht genug loben konnten. Sie bemerkten in Erfindung 
und Fülle mehrere Nachahmungen Paolo's, in Schlankheit 
und Anmutb der Figuren Parmigianino's , im Nackten
        

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