Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298178
Zeitraum. 
Von 
Alfons 
bis 
Alfons 
215 
eines Künstlers, man weiss nicht, aus welcher Schule, der aber, 
nach BononPs Urtheil, „ alles klar und schlicht malte, wie 
die Verkündigung in S. Maria in Vado;" wov eine Halbiigiur 
Pauli ist, aus welcher man schliessen Ikann, dass Camillo nach 
dem michelangelischen Style strebte. Vom Vater also 
scheint in Bastiano die glühende Begier nach diesem Style 
übergegangen zu seyn, so dass er heimlich aus dem "väterlichen 
Hause entwich und sich nach Rom begab, wo er einer der 
unermiidlichsten Copisten und liebsten Schiller Buonarrotifs 
Ward. Wie viel er gewonnen, sieht man in Ferrara an dem 
auf dem Chor der Mutterkirche in drei Jahren gemalten Welt- 
gericht; eine der michclangelischen so nahe kommende 
Arbeit, dass die ganze ilorenzer Schule ihr keine andre gegen- 
überstellen kann! Es ist darin eine grosse Zeichnung, Wechsel 
der Bilder, gute Gruppenverthcilung, gehörige Ruhe für das 
Auge. Unglaublich scheint, dass Filippi in einem schon 
von Buonarroti behandelten Gegenstande so neu und gross- 
artig erscheinen konnte. Man sieht, dass er, wie wahre Nach- 
ahmer pflegen, nicht die Figuren seines Musters abmnlte, son- 
dern in dessen Geist und Sinne. Auch er misbrauehte diesen 
Anlass, wie Dante und Michelangelo, seinen Wohlwollen- 
den etwas Angenehmes zu erweisen, indem er sie unter die 
Auserwählten stellte, an denen aber, die ihn beleidigt hatten, 
sich zu rächen und sie unter den Verdammten abzubilden. 
Unter diese unglückliche Schaar malte er auch ein Mädchen, 
Welches ihm die Treue gebrochen und die Verbindung mit 
ihm ausgeschlagen ; in der Höhe aber unter den Seligen 
ein anderes, das er statt jener zur Frau genommen-hatte, 
und zwar in der Gcbärde des Hinblicks nach der Nebenhuhle- 
rin und des llohns. Baruffaldi und andere Ferrarer ziehen 
dies Bild dem in der Sistina in Schicklichkeit und Colorit vor; 
'WOl'lli)8l' sich jetzt, da. es aufgemalt ist, nicht füglich urthei- 
len lässt. Dazukommt das Zeugnis BarottPs, der S. 40 
der beschriebenen ferrarer Bilder 10) klagt, "jene Figuren, 
die lebendiges Fleisch vorher waren, sehen jetzt wie Holz ausfß 
Üoch es fehlt nicht an andern Proben von Filippfs Colorit 
10) C es are Barotti pilture e scollure ehe si travlzna m? Irmghi 
püblici della: cülä da" Ferrara. Ferr. 1770. 8. Q.
        

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