Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298137
Zeitraum. 
Von 
Alfons 
bis 
Alfons 
211 
riick. Dies alles erzähle ich hier, damit man, wenn man in 
Ferrara und anderwärts Arbeiten von Benvenuto sieht, die 
Ivenig oder nichts von römischem Style haben, ie nicht etwa. 
als unücht verwerfe, sondern seiner ersten Arbeit zuschreibe, 
Als er etliche Jahre bei Raffael gewesen war, rief ihn eine 
häusliche Angelegenheit nach Ferrara; diese beseitigt, wollte 
er wieder nach Rom zurück, wo der liebste Lehrer ihn sehn- 
siiehtig erwartete, wenn man Vasari glauben darf, "um ihn 
noch mehr in der Zeichnung zu begründen. Allein Panel- 
liis Bringen und noch mehr Herzog Alfonsos Aufträge, der 
ihn mit den Dossi zu grossen Arbeiten in Belriguardo und 
sonst brauchte, hielten ihn in seiner Vaterstadt fest; und Ba- 
ruffaldi bemerkt, wo man in den Arbeiten beider Brüder 
etwas Raffaelisches sehe, sei es dem Tisio zuzuschreiben. 
Er malte auch viele andere Oel- und Wandbilder. 
Seine beste Zeit fängt mit 1519 an, als er in S. Frau- 
cesco den Mord der unschuldigen Kindlein malte 5), wobei er 
Thonmodelle brauchte und Gewänder, Landschaft und das 
Uebrige nach 51er Natur malte. In derselben Kirche ist eine 
Auferstehung Lazari von seiner Hand, und die so berühmte 
Verhaftung Christi, 1520 begonnen und 1524 vollendet. Bes- 
seres hat er nie wieder geliefert in Ccmposition, Belebtheit, 
Weichheit und Fleiss. Nur in der Zeichnung ist noch einiger 
Beischmaek aus dem funfzehnten Jahrhundert, etwas Geziertes 
in der Anmuth, wenn Vasari richtig urthcilt. Von solchen 
Wandhildern war ehemals die Gegend voll; auch sieht man 
dergleichen noch jetzt in Bürgerhäusern, wie der F ries in einem 
Zimmer des Seminariums, welcher seiner Anmuth und raffae- 
lischen Geschmacks wegen in Kupfer gestochen zu werden 
verdiente. Hier und da in Ferraras Kirchen und Sammlun- 
gen sind auch noch viele Oelbilder von ihm, und so schöne, 
dass sie allein zur Zierde einer Stadt hinlänglich wären. Vor- 
Züglieh bewunderte Vasari seinen Petrus Martyr bei den Do- 
nzinicaxiern; ein höchst kräftiges Bild, welches andere Künst- 
ler fiir ein Preisbewerbungstüek mit dem tizianischen und, 
5) S. Reisen in Italien Seit 1822 von Fr. 
Schorn, Ed. Gerhard! und Leo von 
L u d w. 
326. 
Thlersch, 
Klenze S. 
Q. 
Ü 2
        

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