Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298108
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Oßeritalien. 
Viertes Buch. 
Diä ferrarer Schule. 
er meisterhafte Anmuth, Tinten und Helldunkel. Indess behält 
er noch mehr, als diese, vom alten Style bei und seine Erfin- 
dungen und Üfrachten haben etwas Neues. [n gut ausgeführten 
Bildern steigert sich dies" durch lllannich-faltigkeit und Keckheit 
der Farben, die doch der Einheit und Uebereinstimmung nicht 
Eintrag thut. 
Dosso überlebte Gio. Batista mehrere Jahre, und ar- 
beitete und bildete Schüler, bis Krankheit und langes Alter 
ihn aufzuhören nöthigten. Die Erzeugnisse dieser Schule cr- 
kennt man in Ferrara an dem ähnlichen Style; und bei ihrer 
Menge wird man oft zweifelhaft, 0b nicht die Dossi die Ar- 
beit leiteten und ihre Gehülfen und Schüler sie ausführten. 
Man kennt wenige darunter, unter diesen einen Evangelista 
Dossi, der ausser dem Namen seiner Vorgänger nichts Be- 
deutendes hat; ein gemeiner Pinsel, den Scannelli der 
Nachwelt aufzubewahren nicht der Mühe werth hielt. J acopo 
Pannieciati von edlem Geschlecht wird als trefllieher Nach- 
ahmer Dossiis erwähnt, malte aber wenig, weil er um 1540 
sehr jung starb. Niccolo Roselli, der in Ferrara soviel 
gearbeitet hat, ist der Aehnlichkeit mit Dosso wegen 1nuth- 
masslich auch zu dieser Schule gerechnet worden, namentlich 
wegen des Christus mit zwei Engeln auf einem Altar der Bat- 
tu.ti Bianchi. Aber in den zwölf Bildern in der Karthause 
ahmte er auch Benevenuto, Bagnacavallo und mehrere 
andere nach. Also mag seine Schule unentschieden bleiben, 
um so mehr, da seine allzu gesuchte, weiche und kleinliche 
Behandlung von einer röthlichen Färbung, die an Pastell grünzt, 
ungewiss lässt, ob er in Ferrara gelernt. Denselben Geschmack 
hatte auch Leonardo Brescia, mehr Kaufmann, als Maler; 
daher Einige ihn für seinen Schüler gehalten haben. 
Bekannter, als diese, ist G a l i g a r i n o, welches so- 
viel heist, als Sehnsterlein, welchen Beinamen er von sei- 
nem ersten "Gewerbe bekam. Er hiess G a b r i e l Ca ppel- 
l_in i, und als ihn einer der D ossi lobte, weil er ihm 
Schuhe wie gemalt gemacht habe, fasste er sich ein Herz 
und iing an den Pinsel zu handhaben. Der alte Wegweiser in 
Ferrara lobt seine freie Zeichnung und gediegene Farbe. Das 
Beste ist heutzutage in seiner Vaterstadt U. L. F. zwischen 
den beiden Johannes nebst andern Seligen in S. Giovannino;
        

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