Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296127
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Oberilhlien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
Ich sehe nicht ein, warum ihre Muster, damals doch die bc- 
stcn, der damaligen bologner Jugend nicht förderlich gewesen 
seyn sollten, wie die caraccischen in einem andern Jahr- 
hundert der llorenzer G). Kehren wir aber zu Mezzarattafs 
Malereien zurück! 
Ihre eben genannten Künstler sind theils Zeitgenossen 
der Schüler Giotto's, theils später; und keiner ist älter, als 
Vitale aus Bologna, genannt dalle Madonne, über wcl- 
chen, die Nachrichten von 1320 bis 1345 reichen. Dieser, der 
dort die Geburt des Herrn malte, und von dessen Hand man 
im Palast Malvezzi einen Benedict mit andern Heiligen sieht, 
hatte. eine trocknere Zeichnung, als die Giottisten jener 
Zeit, und eomponirte ganz anders, als jene an Giottcfs Sinn 
und Darstellungsart festhaltende Schule. Wenn Baldinucci 
von ihm sagt, dass er durchaus und durchein mit dem Style der 
gleichzeitigen Florenzer übereinkoiume, so sagt er dies nach, und 
dies war ihm schon genug zu behaupten, dass er Schüler G io t- 
tißs, oder eines seiner Schüler gewesen. Ich getreue mich 
das nicht; sondern schliesse vielmehr aus Vitale's Hand, 
welche Baldi in der Biblioteca bulognese manum eZimat-issi- 
mam nennt, aus der sehr trocknen Zeichnung und aus seiner 
Gewohnheit, fast nur Madonnen zu malen, dass er sich nicht 
weit von France's Muster entfernte, der mehr Miniaturist, 
als Maler war, und dass Giottcfs weit grössere, manniehfalti- 
gere und gedankenreichere Schule gewiss nicht die seinige war. 
Lorenzo, aus Venedig, wie ich anderwärts schrieb, eher 
als aus Bologna, der Maler des Daniels, wo er seinen Namen 
beisehrieb, rualte in derselben Zeit und versuchte sich in Iigu- 
renreichen Eriiniltmgen. Er stand M e m m i, L a u r a. t i, 
G a d di, mit welchen ihn Malvasia vergleicht, weit nach, 
verräth die Kindheit der Kunst in Zeichnung, Ausdruck der 
6) Dieser Streit würde zwischen Hülngneseu und Flüritnlinern 
leicht gesclilichlet worden seyn, wenn man auf den Zeitraum auhnerk- 
sam gemacht hätte, in welchem die Bologneser Künstler hatten, die 
den Florentinern nichts verdanken, und sodann auf eine Spätere Zeit, 
in welcher Florentiner in Bolognayarbeiteteil. Die Bologneser haben 
grosse Künstler wenigstens gleichzeitig mit den Florentixlern sehr früh 
gehabt und die Kunst ist nicht erst durch Ci mabuevs Nachfolger nach 
Bologna verpflanzt worden. Später hat allerdings Giotto dort ein- 
gewirkl. Q.
        

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