Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298090
Zeitraum. 
Von 
Alfons 
bis 
Alfons 
207 
mehr, das Werk gelangnieht so gut durch Gio. Batistaßs 
Schuld, der, nicht zufrieden mit den Grottesken. und Landschaf- 
ten, sich als F igurenmaler zeigen wollte. Ein ähnliches Bei- 
piel linde ich in einem Hinterhause zu Ferrara, wo er Dosso 
zum Trutz Sieh beigeben liess, Figuren zu malen und sich 
Sehr linkisch benahm. Uebrigens hat für ihre Geschicklichkeit 
Ariosto am besten gesprochen. Er liess nicht nur sich selbst 
llnd die Bilder zu den Gesängen seines rasenden Roland von 
Desso malen, sondern weihte auch der Brüder Namen der 
Unsterblichkeit mit den besten Malern, wo er Leonardo, 
Andrea Mantcgna und Gian Bellino, Zwei Dossi 
nannte und darauf Michelangelo, Raffael, Tizian und 
Frate del Piombo folgen. 
Dies Lob ward nicht der Freundschaft, sondern dem Ver- 
dienste Dossoßs namentlich ertheilt, den auch die Ausheimi- 
Sehen sehr erhoben haben. Jetzt sind seine besten Werke wol 
in Dresden 3), das deren sieben besitzt, besonders die berühm- 
ten vier Kirchenlehrer 4). Bei den Lateranensen zu Ferrara 
ist ein Johannes auf Patmos von ihm, dessen unaufgemalter 
Kopf ein Wunder von Ausdruck ist und von Cochin selbst 
für raffaeliseh anerkannt wurde. Sein bekanntestes Bild 
war bei den Dominieanern in Faenza, wo jetzt nur ein Abbild 
davon ist, weil man das Urbild, das von der Zeit gelitten 
hatte, wegnahm. Es stellt den Lehrstreit Jesu unter den Leh- 
rern dar, die sich so natürlich verwundert gebürden, und so 
verschieden in Gesichtszügen und Kleidern sind, dass man auch 
das Abbild bewundert. Denselben Gegenstand behandelt ein 
Bildchen des Campidoglio, ehemals Eigenthunl des ferrarer Car- 
dinals Pius; ein heiteres, Vollendetes Bild von reizenden Tin- 
ten! Von demselben Pinsel habe ich im Hause Sampieri zu 
Bologna einige Gesellschaften, und in andern S..mmlungen et- 
liche heilige Familien gesehen; eine in Osimo beim Ritter Ac- 
qua. Ich linde ihn in Schriften bald mit Raffael, bald mit 
Tizian, bald mit Coreggio verglichen; und gewiss hat 
L 
3) Jfrdoch verschiedenartig und ungleichen Wertha, wesshalb Irrun- 
gen bei der Namengabe zu vermuthen sind. Q. 
4) Vergl. Hirt Kunstbemerkungen auf einer Reise über KYiIten- 
b"? und Meissen, nach Dresden und Prag. S. 43. W.
        

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