Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298056
Erster Zeitraum. 
Die 
Alten. 
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als ein treiiliches Werk; aber dies Bild ward von Cesi auf- 
gemalt. Andere kleine Bilder, darunter Wiederholungen seiner 
bereits erwähnten Geschichten, sieht man in Rum in der al- 
dobrandirfischen Sammlung  vielleicht Erbstücke des Cardinals 
Alessandro, der zu MazzolinPs Zeit Gesandter in Ferrara, 
War. Andere hat das Campidoglio, welche ehemals dem Card. 
Pius gehörten, wie ich aus einer Anmerkung BottarPs er- 
Sehe. An den vorgenannten und ganz unbestreitbaren Stücke_n 
kann man MazzolinVs Manier kennen lernen, über deren 
Unkenntnis unter Kunstfreunden Baruffaldi klagt. Sie ist 
unglaublich vollendet, so dass sie in kleinen Bildchen wie Mi- 
niatur aussieht, und nicht nur die Figuren, sondern auch die 
Landschaften, Bauwerke, Basreliefs sind äusserst fleissig. In 
den Köpfen ist soviel Lebhaftigkeit und Anschaulichkeit, als 
nur wenig Zeitgenossen hincinzulegen wussten; jedoch sind sie 
nach dem Leben und nicht immer gewählt; besonders die alten, 
die in den Runzeln und in der Nase zuweilen CÜWQS verzerrt sind. 
Die Farbe ist tief dunkel in vorangegebener Art , nicht weich, 
wie bei Ercole; an den Kleidern braucht er auch etwas Gold, 
doch sparsam. Sein Name wird in manchen Sammlungen mit 
dem des Gaudenzio Ferrari verwechselt, vielleicht durch 
ein lliisverstiindnis des Lodovico da Ferrara. So wird in 
dem Verzeichnis der florenzer Gallerie dem Ferrari ein Bild- 
chen U. L. F. mit dem Kinde, welchem die heil. Anna Früchte 
reicht, dem kleinen Johannes und einem andern Heiligen, zu- 
geschrieben; cs ist aber MazzolinPs Arbeit, wenn mich 
eine Vergleichung mit andern in Rom gesehenen nicht täuscht. 
Aus der Aehnlichkeit mit Costa's Style, ja dessen Vor- 
Ziigliehkeit in Köpfen, hat man vermuthet, Michele Col- 
lellini gehöre derselben Schule au. Man bezieht sich diess- 
falls auf einige Arbeiten von ihm in der Kirche und dem Kloster 
der lombardischen Augustincr, wovon noch zwei vorhanden 
"Sind: ein Altarbild in der Kirche nach Art des fünfzehnten 
Jahrhunderts componirt, und im Speisesaale eine heil. Monica 
mit vier Seligen dieses Ordens. Die Jahrzahl, die er mit sei- 
Ilem Namen auf dem_eineu Gemälde angegeben hat, beweiset, 
dass er 1517 noch lebte. In welcher Schule Domenico 
P ünetti gebildet worden, weiss ich nicht; wohl aber, dass 
Seine Arbeiten lange Zeit sehr schwach waren. Als nachher
        

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