Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298034
Erster 
Zeitraum. 
Die  
.X llQny 
201 
Mantna ging, nachgezogen, ewcnn dieser es ihm erlaubt hätte. 
Aller dem Loren zo konnte ein Schüler, der ihn sehen, über- 
traf, nicht lieb seyn; und darum sownl, als weil er ein in der 
Ciipelle dgr Gafganellj in IS, PlßtfO- bereits_üxlgvefangenes_  
Yßlleuden sollte, liess er ihn statt seiner in Bologna zurück. 
Efßple lieferte nun da eine Arbeit, um welcher Awillen Al- 
ba n 0 ihn Mantegna, P iet r o P er u g i n o und jedem 
Künstler des alterthümlich neuen Styls gleichstellte; vielleicht 
War nicht einmal unter ihnen ein so reicher, harmonischer und 
ilusgezeichneter Pinsel. Er malte zu Förderung der Kunst, 
Sparte also weder Zeit, noch Kosten, um sich zu genügen, so 
dass er sieben Jahre an den Geschichten des S. Pietro auf 
Kalk arbeitete, und wieder fünf Jahre sie trocken überarbeitete. 
Er arbeitete nur von Zeit zu Zeit daran und unterdessen an 
ändern Gemälden in, oder ausser Bologna; hätte auch wel noch 
mehr gethan, diese Arbeit immer vollkonmmer zu machen; aber 
der Neid einiger Maler in der Stadt, welche ihm Nachts die 
Entwciirfe und Zeichnungen entwendeten, ärgerte illnso, dass 
er die Arbeit und Bologna selbst verliess. Dies erzählt Ba- 
rnffaldi und vergleicht es mit der neidisehen Gemüthsart, 
die Vasari gegen manche Künstler jener Zeit hatte, Wesshalb 
auch Malvasia ihm zürnte. 
ln der Capelle der Garganclli malte Ercole auf der ei- 
nen Seite den Gang U. L. F. iibcr das Gebirg, und aufder m17 
dem die Kreuzigung Christi, und unter so vielen Figuren ist 
kein Kopf dem andern ähnlich. Mit dieser llla-nnichlaltigkeit 
verband er eine Sonderbarkeit in den Trachten, eine Kenntnis 
der Verkiirzungen, einen Ausdruck des Schmerzes, den man, 
wie Vasari sagt, „sicli kaum denken kann. Die Soldaten 
sind vortreillich und bewegen sich natürlicher und eigent-hüin- 
lieber, als andere bis dahin gesehene Figurenß Schon vor 
_mehrern Jahren, als diese Capelle eingerissen wurde, rettete 
man soviel möglich war von Ercoleis Bilde und mauerte es 
in dem Palaste Tanara an, wo es noch zu sehen ist. Dies 
ist das Ausgezeichneteste, das 01' lieferte, und gehört zu den 
treflliehstcn italischen Werken jener Zeit; er schien damit ein 
zweiter lsokrates, der seine berühmte Lobrede auch so Viele 
Jahre uusfeilte. Viel Anderes ist in Bologna nicht von ilnn 
Übrig. ln Ferrara schreibt man ihm mit Gewissheit ein Altar-
        

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