Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296116
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
9 
ratta übrig sind. Diese Kirche ist für dic bologner Schule, 
was der Friedhof zu Pisa für die florenzer; ein Werkzimmcr, 
wo die besten Meister des vierzehnten Jahrhunderts in jener 
Gegend wetteifertcn. Zwar haben sie nicht die Einfalt, die 
Zicrlichkeit, die Anordnung, welche die Giottisten auszeich- 
nen; aber eine Phantasie, ein Feuer, eine Färbung, welche 
Buonarroti und die Caracci, rücksichtlich der Zeit, in 
welcher sie lebten, nicht verachteten, so dass sie sogar, als 
diese Bilder Schaden zu nehmen anfingen, ihre Herstellung 
riethen und förderten. In vorgenannter Kirche also malten 
in verschiedenen Zeiten alt- und neutestamentliche Gegen- 
stände, ausser Francois schon genannten Schülern, Galasso 
von Ferrara und ein unbekannter Nachilhnier des giottokchen 
Styls, deniLaxno in seiner Handschrift für Giotto selbst 
ausgiebt. Ich halte ihn aber mehr für seinen Nachahmer, theils 
weil Vasari in Mezzaratta Giotto nicht nennt, theils, 
wenn dieser dort gemalt hätte, er einer der ersten gewesen 
seyn und nicht in jenem Winkel gearbeitet haben würde, wo 
Bilder in florenzer Styl sind, sondern an einem andern wür- 
digem Orte.   , 
Hier will ich nun auch bemerken, dass Giotto in A130- 
logna arbeitete. Noch jetzt hat man in S. Antonio eine Bildta- 
fel von ihm mit der Unterschrift Magister Joctus cle Filorentia. 
Dazu ersieht man aus Vasari, dass Puccio Capanna aus 
Florenz, Ottaviano und Pace, beide aus Faenza, insge- 
samt Schüler Gi0tt0's, mehr oder Weniger in Bologna arbei_ 
teten. In" ich nicht, so findet sich manches von ihnen in 
Bildersammlungcn und Kirchen. Auch an Arbeiten der Nach- 
folger des Giottisten,'Taddeo Gaddi, fehlt es nicht da. 
selbst, dic ich unschwer aus jener andern Schule hcrauskannte, 
da ich ihrer viele in Florenz gesehen hatte. Ausser diesem 
Style kam noch ein anderer aus Florenz nach Bologna, der 
des Orcagna nämlich, dessen vier letzte Dinge in S. lllaria 
Novella nach 1400 in "einer Capelle des heil. Petronius beinah 
abgemalt wurden; und nach der Volksage behauptete Vasari, 
diese Capellc sei von Buffalmacco gemalt. Demnach muss 
man schliesscn, dass die Florcnzer auch auf die Kunst in B0- 
lßgna einwirliten; und ich kann es an lllalvasia nicht loben, 
dass er ihnen diese Förderung seiner Schule nicht Dank weiss.
        

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