Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297972
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
195 
Zeichnung sei, wie er sie von Kindheit an gelernt und aus seiner 
Vaterstadt mitgebracht; um sonfehr, da diese nach Baruf- 
faldi 1404 gelieferte Arbeit eine seiner ersten in Bologna ge- 
wesen seyn muss. Er hielt sich nachher noch viele Jahre dort 
auf; nicht als ob ich die Jahresangabe 1462, welche einem 
seiner G-eschiehtsbilder beigefügt scyn soll, für wahr hielte 5), 
die ich vielmehr, wenn sie vorhanden ist, für später erachte, 
Sondern aus anderrrGi-ünden. Er malte nämlich daselbst das 
Bildnis des Bildhauers N i c c ol ö A r e t i n o, der, wie Va- 
S ari bezeugt, 1417 starb; nach andern Angaben auch ei- 
nige Altarbilder, deren eins noch in S. Maria dclle Rondini 
ist. Es stellt U. L. F. dar sitzend unter etlichen Heiligen, und 
ist, wie Crespi sagt, von einem saftigen Colorit, mit sehr 
Wohlverstandenen Bauwerken, Gesichtern und Gewandung. Auch 
im Museum Malvezzi ist eine Verkündigung von ihm, alte 
Zeichnung, aber liebliches Colorit, und sehr ausgearbeitet. 
Seine beste Arbeit war ein Wandbild, die Bcgräbnisfeier U. 
L. F., gemalt im Auftrage des Card. Legaten von Bologna Bes- 
sarion in S. lllaria del Monte, im Jahr 1450, sehr bewundert 
von Crespi, zu dessen Zeit es zerstört wurde. Aus diesem 
allem und Leandro Alberti's Lobrede auf Galasso fol- 
gere ich, dass er in jener Stadt viel mit seiner Kunst erwor- 
ben habe. Er starb in seiner Vaterstadt; das Jahr wage ich, 
bei so verschiedenen Meinungen, nicht genau anzugeben. Va- 
Sari sprach in der ersten Ausgabe weitläufig über ihn; in der 
Zweiten fertigte er ihn mit wenig Zeilen ab. Daher haben auch 
die Ferrarer über ihn die Klagen der übrigen Schulen erneuert. 
Zu Galasso's Zeit lebte Antonio da Ferrara G), 
ein Anhänger der Florenzer in der Malerei. Vasari ertheilt 
ihm ein kurzes Lob unter den Schülern Angiol GaddPs, 
L 
5) Es lebten später noch zwei Galaso Alghlsi, wovon der 
eine Architect, der andere Bildhauer war, welche vielleicht auch 
sich mit der liilalcrei beschäftigten; denn im 15. Jahrhundert üblen 
Künsller oft mehrere Küngße aus. In den Zusätzen zur Lebensge- 
schichte des Lombardi, welche in voriger Note angeführt wurde, 
wird gesagt: dass Galasuo Galussi um 1384 oder 1390 blühte. 
Hier liegt alles im Dunkel ferner Zeilen und nur der könnte etwas 
mit Wahrscheinlichkeit vermuthen, wer die früiiern und iPäieYn 
Werkef welche für Arbeiten eines Galasso ausgegeben Werden, 
mit einander vergliche. Q- 
6) Änlouia da Ferrara 2'] Vecchiu malte die Hanßlülißüiifei im 
N 2
        

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