Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297963
194 
Oberitalien. 
Viertes Buch. 
Die ferrarer Schule. 
ein L aud ad i o seyn, die um 1380, wie die Jahrbücher 
von Marano besagen, in der Servitenkirche malten. Diese ist 
aber niedergerissen und Niemand hat uns von dem Style dieser 
Maler Kunde gegeben. Von demselben Jahre 1380 sind Wand- 
gemälde im Kloster des heil. Antonius von unbekannter Hand und 
aufgemalt, von deren Style ich ebenfalls keine Anzeige finde. 
Bei der Schule zu Bologna sprach ich von einem Cristofor o, 
der um dieselben Jahre in der Kirche zu Mezzaratta malte; da 
e aber ungewiss ist, ob er aus Ferrara, oder Modena gewe- 
sen, so kann man auch über seine Manier nichts Gewisses 
ausmitteln. So giebt uns die Geschichte der Wissenschaften 
einiges Licht bis gegen Anfang des funfzehnten Jahrhunderts; 
aber die Geschichte der übriggebliebcnen Denkmäler fängt erst 
mit Galasso Galassi, unstreitig einem Ferrarer, an, der 
nach, 1400 blühte, als auch in Florenz Giotto's Styl all- 
mälich den neueren wich 4). 
Der Meister dieses Malers ist unbekannt, und ich kann 
mich nicht überzeugen, dass er, wie Jemand meinte, in Bo- 
logna" gebildet Sei. Vielmehr zwingt mich das Gegentheil an- 
zunehmen eine Beobachtung, diejeder an den von uns in Bo- 
logna erwähnten Gemälden Galaso's in der Kirche zu Mez- 
zaratta anstellen kann. Dort sind nämlich Leidensgeschichten 
mit de Künstlers Namen bezeichnet, und, irre ich nicht, im 
Style ganz von allen übrigen daselbst verschieden. Man be- 
merkt darin für jene Zeit sehr fieissig behandelte Köpfe, 
Bärte und Haar feiner, als bei irgend einem alten Maler, 
"den ich gesehen, sehr kleine Hände mit weit auseinander ge- 
spreizten Fingern; fast durchgängig etwas Besonderes und 
Neues, das ich weder von Bolognern, noch Venedigern, noch 
Florenzern ableiten möchte. Ich vermuthe mithin, dass es 
4) Lanzi führt an: dass Bottari das Manuscript des Baru f. 
faldi benutzte und daraus die Nachrichten über Galasso und ei- 
nige andere ferraresel- Künstler der Lebensgeschichte des Alfonso 
Lombardi beifügte. S. Vite de? pii: eccellenli pitlari, srnultori e 
arckiletli scrilte da M. Giorgio Vasari. Siena MDCCXCII. T0. VI. 
p. 216. Bei Vasari, T0. lV. p. 61. derselben siener Ausgabe, ist 
Galasso nur in der Kürze abgefertigt, weil es Vnsßri an Nach- 
richten über diesen Künstler fehlte. Ziemlich ausführlich sind die 
Nachrichten über Galasso Galasli Alghisi im Catalogo istarico 
dm pim, scul. Ferraresi T. I." p.l8.  Q,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.