Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296102
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
gar nicht. Er meint, Giotto habe im zehnten Jahre, also 
um 1286, in Cimabuzfs Schule zu zeichnen angefangen, wo 
dieser 46 Jahr alt war; aber Oderigi konnte nicht jünger 
seyn, da er um 1299, ein Jahr früher, als Cimabue starb, 
ihm gleich an Ruf in xseiner Kunst, gleich an Würde dem 
"Schüler, der bereits den Meister übertraf. Wie schwer wird 
es nun sich zu überzeugen, dass ein von Dante als stolz und 
eitel geschilderter Geist in der Schule eines Gleichaltrigen 
neben einer Knabenbank zu arbeiten sich weggeworfen, darauf 
nur noch dreizehn Jahre gelebt und den Ruhm des ersten Mi- 
niaturmalers seiner Zeilr erworben, auch einen noch bessern 
Schüler, als er selbst, gezogen hätte? Nicht minder unglaub- 
lich ist, dass "Oderigi, als er Giolto's Muster in Miniatur- 
malerei gesehen, in kurzem tüchtig geworden." Giotto war 
1298, als er 22 Jahre zählte, zu Rom in Diensten des Pap- 
stes; wo er, sagt Baldinueci, auch ein Buch für den Car- 
dinal Stefaneschi ausmalte; wovon Vasari nichts sagt, und 
wofür der Geschichtschreiber keinen urkundlichen Beweis führt. 
Doch, wenn wir auch dies alles glauben, in welche Zeit setzen 
wir denn Oderigi, damit cr sich nach Giottxfs Mustern 
tüchtig bilden konnte? ihn, der schon einige Zeit vorher ge. 
sterben, von Dante 1300, nach BaldinuecVs Berechnung, 
im Fegfeuer gefunden wurde? 
Darum also gebe ich diesen Miniaturmalci" der bologner 
Schule, wahrscheinlich als Zögling, sicherlich als Meister wie- 
der; und auf Vellutellws WVort, als Meister des Miniatur. 
malers und Malers Franco. Franco ist der erste Bologner, 
der Viele unterrichtete, und gleichsam der Giotto dieser 
Schule. Doch steht er dem Giotto der Florenzer nicht we- 
nig nach, soviel die wenigen Ueherbleibsel von ihm im real-- 
vezzischen Museum beweisen. Das sicherste Stück von ihm 
ist eine Madonna sitzend auf einem Throne, mit: dem ange- 
gebenen Jahr 1313; eine Arbeit, die man mit Cimabueis, 
oder Guidots von Siena Werken vergleichen kann. .Auch 
zwei sehr anmuthige Bildchen und ähnliche Miniaturen werden 
ihm zugeschrieben. 
France's beste Schüler sind, nach Malvasiaßs Angabe, 
ein Vitale, Lorenzo, Simpne, Jacopo, Cristoforo, 
deren Wandgemälde noch in der Kirche U. L. F. von Mczza-
        

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