Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297894
Pasinelli. 
Cignani. 
Die clement. Akademie. 
187 
Vertheilt, welche die edcln Häuser Marsilj und Aldrovandi für 
gewisse Bewerbungen ausgesetzt haben, die von ihnen benannt 
werden. Die ist aber eben der seltenste und ausgezeiehnetste 
Ruhm der Bologner, dass sie für die Ehre arbeiten, und dem. 
Vaterlandemin Bezug auf Wissenschaften und Kunst nicht nur 
uneigennützig, sondern oft sogar auf Kosten ihres Vortheils 
dienen, wovon Crespi S. 4. f. seiner Felsina des Weitem 
Spricht. Somit geniessen sie auch bereits zwei Jahrhunderte 
des Ruhms, Meister in der Malerei zu besitzen. Seitdem die 
Caracci sprachen, hörten und verstummten fast alle andere 
Schulen. Ihre Anhänger theilten sich in mehrere Unterschulen, 
und diese waren lange in Italien die herrschenden. Sobald in 
Bologna. der Ruhm der Figurenmaler etwas alterte, trat so- 
fßrli dafür der der Verzierer und Ansichtenmaler ein, gab darin 
Gesetze und stellte Muster auf, welche Italien und die Welt 
noch um die Wette befolgt. Auch sind die Bibieni, Tesi 
und die übrigen, die ich gegen das Ende genannt habe, so 
merkwürdig, dass nicht auch die Gandolf i und gar manche, 
die entweder noch leben, oder in den letzten Jahren starben, 
neben ihnen erwähnt zu werden verdienten. Auch sie werden 
jedoch nach mir von Andern gelobt werden. Nur dies will ich 
noch erwähnen, dass wührendes Druckes meiner Geschichte 
auch Gaetano Gandolfi starb, wie sein älterer Bruder 
Ubaldo schon vor mehrern Jahren, als er in Ravenna die 
Kuppel in S. Vitale malen wollte. Ubaldo war Schüler To- 
Iclli's und Grazianfs gewesen, und vorzüglich hatte er 
sich unter Lelliiim Zeichnen des Nackten mit gleichviel Ein- 
ieht, wie Grossheit, geübt. Dies Gepräg führen mehrere 
höchst fleissige Gemälde nicht nur, sondern auch Bildnerwerke 
und Gypsarbeiten von ihm in Bologna und an mehrern Orten 
Romagnas; aber sein Verdienst ganz zuiwürdigen, muss man 
Seine akademischen Zeichnungen sehen. Er war übrigens ge- 
mein in Gedanken, minder wahr in Colorit, und etwas pfu- 
scherhaft, darum weniger geachtet, als sein Bruder Gaetano, 
der seiner Zeit einer der angesehensten Künstler Italiens war. 
Bßlogna wenigstens, diese liebevolle Mutter ihrer Kinder, hat 
bei seinem Tode bezeugt, wie sehr sie den Lebenden geach- 
tet. Sein Ileichenbegängnis, welches in Folio besonders ge- 
Stechen worden, ist fast dem des Agostino Caracci ähn-
        

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