Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297830
Pasinelli. 
Die clement. Akademie. 
Cignani. 
181 
hatte beständig Bestellungen darauf, nicht nur von Privalmiin- 
nern, sondern auch von Fürsten, unter welchen er besonders 
dem Grossherzog Ferdinand von Toscana und dem Herzog 
Ferdinand von Mantua sehr werth war, der ihn in seinem 
Solde und an seinem Hofe hielt, bis er nach des Herzogs 
Tode wieder nach Bologna zurückkehrte. Doch blieb er auch 
hier nicht lange, weil er stets bald dahin, bald dorthin beschie- 
den wurde, wesshalb er denn ausser seiner Vaterstadt starb, 
ohne Schüler zu erziehen. Mit ihm, sagt Crespi, ging jene 
saftige, kräftige und so natürliche Art der Bildnismalerei unter. 
Vor allen andern Zweigen der niedern Malerei blühte auch 
in diesem Zeitraume unter den bologner Malern die Ansichten- 
und Verzierungsmalerei. Nach dem gediegenen Grunde, wel- 
chen Dentone und Mitelli darin gelegt hatten, strebte 
diese Kunst, wie bemerkt wurde, nur zu sehr zu gefallen und 
wurde, um schöner zu seyn, minder wahr. Indess sank die 
ganze Schule nicht auf einmal, und Nachahmer der riehtigsten 
Muster hielten sie noch immer aufrecht. Zanotti rühmt in 
dieser Hinsicht Jaeopo Mannini als einen höchst genauen 
Künstler, der dem Herzog von Parma eine Capelle in Uolorno 
verzierte, wo Ritt. Draghi als F igurenmaler arbeitete,  ein 
so flinker undsorglicher Maler, als Mannini langsam war. 
Wie zwei an einen Viagen gespannte Pferde von entgegenge- 
setzter Natur, thaten diese Beiden nichts, als einander beis- 
sen, oder schlagen; am Ende musste man sie trennen, und den 
Langsamen in sein Bologna zurückschicken, wo er aber eben- 
falls wegen dieses Fehlers nie Glück machte. Mitellisten waren 
auch in Feinheit der 'l'inten und Schmelz Arrigo Haff- 
ner, ein Lieutenant, und sein Bruder Antonio, der als Phi- 
lippiner in Genua starb. Sie hatten viel mit ihrem Meister 
Canuti in Figuren zu Rom gearbeitet; der Erste war von 
Francesehini für die Fernungen in der Frohnleiehnams- 
kirehe vorgezogen worden. Auch in Genua und dessen Gebiete 
malten sie viel, bald mit Einem, bald mit dem Andern dieser 
Figurenmaler; Antonio ist berühmter, vielleicht weil er sei- 
nem Bruder, wenn nicht an Erlindung, doch wenigstens in 
sanftem Schmelz der Tinten und in Ansehen bei der Welt 
überlegen war. Der Grossherzog Gio. Gastone berief ihn 
nach Florenz, um ihn wegen des Altars aus harten Steinen zu
        

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