Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297811
Pasinelli. 
Cignani. 
Die clement. Akademie 
179 
peu sehr beliebt waren. Gaetano Cittadini, Pierfran- 
eeseoßs Enkel, war ebenfalls in ländlichen Ansichten wacker, 
von sehr gutem Geschmack, mit schöner Lichtwirkuug und 
fertigen Figuren. Ich habe dergleichen nicht nur in Bologna, 
sondern auch in der Romagna gesehen. Dort aber sind die des 
Marco Sanmartino, eines Neaplers oder Venedigers, häu-ß 
liger; namentlich in Rimini, wo er sich einige Zeit angesiedelt 
hatte; sie haben schöne Figürchen, worin er sehr stark war. 
Er versuchte sich auch in grössern Arbeiten, wie Constantins 
Taufe im Dom zu Rimini und dem in der Wüste predigenden 
Heiligen in der Schule des heil. Vineentius in Venedig; daher 
er auch dort sich in Landscbafterei auszeichnete, was sein ei- 
gentliches Fach war. Der Wegweiser durch Rimini, Za- 
netti undGuarienti nennen ihnSammartino. Dieser sagt, 
er sei fast lebenslänglich in Venedig gewesen, und im nächsten 
Artikel führt er einen Venediger Marco Sanmarchi an, 
einen Landsehafter und Figiirchenlnaler, den Malvasia sehr 
lobt und der um Sammartinois Zeit gelebt haben soll. 
Auf Melchiori's Wort, der ihn Sammartino oder San- 
marchi nennt, glaube ich, beide Landschafter Guarientfs 
sind in Einen zu verschmelzen, und nur wegen der ähnlichen 
Zunamen, die vom Volke verschieden ausgesprochen wurden, 
wie schon sonst bemerkt wurde, zu zwei verschiedenen gewor- 
den. Warum ist übrigens dieser Venediger Sanmarchi nicht 
in Venedig selbst, ja nirgends ausser Bologna bekannt, wo er 
doch, so viel man weiss, nie festen Wohnsitz gehabt? 
Den alten, in Blumen, Früchten und Thieren treiilichen 
Cittadini haben wir bereits in dem vorigen Zeitraume gelobt. 
Hier wollen wir seine Söhne Carlo, Gio. Batista, Angiol 
Michelc erwähnen, die, wenngleich in Figuren geschickt, 
wenigstens die beiden Ersten, doch dem Vater halfen und nach- 
her in ihm geläuiigern Aufgaben nachahmten; daher sie von 
Alb an o, dem prüfenden Kenner der bologner Künstler (Malv. 
Th. ll. S. 265.) die Frucht- und Blumenmaler genannt wur- 
den. Carlo's Söhne waren Gaetano, der Landschaftenf 
"Ilil Gio. Girolamo, der bis in die letzten Jahre herauf, 
ohne sich in Figuren zu versuchen, Thiere, Früchte und Blu- 
luengefässe löblich malte. Dieser Familie entriss zum Theil 
ihren Ruf ein Domenico Bettini aus Florenz, der lange in 
M 2 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.