Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296094
Erster Zeitraum. 
Alten. 
Die 
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hauptung dadurch viel an Kraft gewinnt, dass er viel llliniatur 
in Bologna gemalt, wie ich in Benvenuto's von Imola, 
Petrarcais Zeitgenossen, Erläuterung des Dante finde: 
Isle Oclorisizts fltit magnus miniator in civitate Bonu- 
niae, gui erat valde vanus jactator arlis suae. . . Von die- 
sem Franco-erhielt, nach Malvasizfs 4) Ürtheil, die edle 
und stets ruhmvolle Stadt Bologna den ersten Samen der schö- 
nen Malerkunst." Mit dieser Erzählung begiesst der Verfasser 
wie mit einem frischen gelinden Regen den hlalerstammbaum, 
den er kurz vorher gepflanzt hatte, um die Abkunft der Künst- 
ler von ihrem ersten Stamme Cimabue zu zeigen. Ich habe 
schon benxerlct, dass dieser Baum nicht in der Geschichte wur- 
zelt, sondern in sehr schwachen, gegen Malvasizifs Felsizzu 
pittrice aufgestellten Verrnuthungen, in welchem Buche die 
bologncr Schule, so au sagen als heimisches, von selbst er- 
standenes Gewächs erscheint. Ulll sie nun von Florenz abzu- 
leiten, bemühte er sich zu überreden, dass Oderigi der Mi- 
niaturmalcr und llleister des Franco, ersten Malers von 130-. 
logna nach der wiederauferstandenen Kunst, dass dieser Ode- 
rigi, sag ich, Schüler des Cimabue gewesen. SeinSchluss 
ist folgender: da Dante, Giotto und Oderigi einander 
sehr befreundet, und alle drei den schönen Künsten ergeben, 
waren, so mussten sie diese Freundschaft in Cimabuc's 
Schule geschlossen haben. Als könnte eine solche Freundschaft 
dreier Wandrer nicht auch an einem andern Orte und zu. 
einer andern Zeitigesehlossen seyn; abgerechnet, dass nicht 
eben glaublich ist, Oderigi, der kleine Figuren für Bücher 
in Miniatur malte, habe sich an Cimabue gewendet, der da- 
mals nicht der beste Zeichner war, wohl aber der beste Freseu- 
und Giossmaler. 
"Wahrscheinlicher also ist, dass Qderigi die Kunst von 
hliuiaturxxlalern, deren es damals viele in Italien gab, gelernt 
und durch seine Zeichnung verbessert habe. Auch begünstigen 
die von Baldinucci 5) festgestellten Zeiträume sein System 
4) Felsina pittrice T0. I. p. 14. 
5) Nolizie de' professur-i del disegzza 
1811.) Vul. IV. p. 233. Uebcr Uderigi, 
krnut von einem Dlülöflällllllbiilllllß das. 
Q. 
du Cimabue ec. (Mil. 
Franco und das Un- 
Q.
        

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