Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297795
Pasinelli. 
Cignani. 
Die clement. Akademie. 
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nachmaligen Cardinals F antuzzi, welchem er die schöne Gemäl- 
desamnxlung aus allen Schulen zusammenbrachte, die nachher an 
seine Erben kam. Einer von diesen, der Graf Mareo, dem Publi- 
cum durch die mit vielem Fleiss und Gelehrsamkeit herausge- 
gebenen und erläuterten Jlfonuznenti Ravennati bekannt, ist es, 
dessen Güte ich nicht wenige Nachrichten über Lazzarini 
verdanke. In dieser Sammlung beiiirden sich von dem Stifts- 
herrn Bilder mehrerer Arten, Landschaften, worin er untadel- 
haft war, Tonwerkzeuge und Papiere, Porzellangefüsse und 
Früchte, welche das Auge täuschen; besonders aber zwei Bil- 
der auf Kaiserleinwand, die Taufe U. H. und die Flucht nach 
Aegypten, wo man an den Pflanzen und Denkmälern, welche 
er gelehrt darstellte, Aegypten selbst zu sehen glaubte. Mehr 
Neuheit aber hat das Altarbild zu Gualdo. Hier suchte er, 
der vor allen Raffaei studirte, ihn in Formen und Zusam- 
menstellung nachzuahmen, indem er U. L. F. mit dem göttli- 
chen Kinde zwischen der Martyrin Katharina und dem weiland 
Marco Fantuzzi, dem Franeiscaner, vorstelltc, der vielleicht 
feierlich heilig gesprochen werden wird. Der Ort ist mit Bau- 
werk verziert, der Boden mit buntem Marmor. Der göttliche 
mit der lllutter auf einem Fussgestell sitzende Knabe setzt der 
Jungfrau eine Krone aufs lslaupt; eine andere hat die Mutter 
in der Hand, lliarco zu seiner Zeit damit zu krönen. Zwei 
Engel sind das Geleite: der eine zeigt das gewöhnliche Sinn- 
bild der Heiligen, das Rad, ja, er berührt mit dem Fin- 
ger eine scharfe Spitze desselben, um die Furchtbarkeit des 
biartyrthums besser auszudrücken.  Der andere ist aus der 
Üifenbarung mit Buch und Schwert; eine dem Vlieltgerielnt an- 
gehörige Gestalt, dessen Schrecken Mareo in seinen Predigten 
einsehärfte! Noch hat er zwei andere sehr artige Knaben hin- 
zugefügt; der an Katharincns Seite hält eine ägyptische Pa- 
pyrrolle mit einigen koptisehen Schriftzeichen, worauf ihre Lei- 
densgeschichte beschrieben ist; sein Gespiel deutet dem Be- 
schauer auf einem Marmor das immer von dem Seligen wieder- 
holte Gebot an: Nolile zliligere mumlum! Wie verschieden 
Sind doch in Erfindungen ein gelehrter und ein ungelehrter 
Maler! Doch dies ist nicht das einzige Verdienst dieses Werks. 
Die Heilige und einer der Engel sind ganz raffaelisehe Fi- 
guren; der Selige in Entzücken erinnert an Barocciois Mi- 
lll. Bd. M
        

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