Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297704
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Oberitalien 
Üriltes Buch. 
Die bologne; Schule. 
allem seltsam 
verflicht. 
aber 
sind 
seine 
Gedanken , 
Hie 
in 
Gemälde 
Endlich misleitete seine Seltsamkeit diesen so schönen Geist 
selbst; daher Mengs so weit ging zu bedauern, dass die bo- 
logner Schule mit dem launenhaften Crespi endete (Th. 2. 
S. 124.). In heldischen und heiligen Bildern räumte er zu- 
Weilen Zerrbildern eine Stelle ein; in Schatten und Gewan- 
dung verfiel er oft, um neu zu seyn, in das Manierirte; nach- 
dem er die erste gute alte Art zu coloriren aufgegeben, be- 
folgte er eine andere einträglichere, aber minder gute. We- 
nige, besonders auf Wirkung berechnete Farben und diese 
schlecht und sehr ölicht, Harze zum Coloriren, die Andere 
zum Decken brauchen, wenige, zwar verständig, aber zu ober- 
flüchlich und flach aufgelegte Pinselstriehe  das ist in allen 
Bildern sein Verfahren, welches man in vielen nicht mehr ge- 
wahrt; denn da die Tinten schwarz geworden, oder vergan- 
gen sind, so hat man sie neuerdings von anderer Hand müs- 
sen decken lassen. Dieses Fleekens hatte der Sohn kein Hehl, 
wollte ihn aber in Schutz nehmen (Felsina pittr. p. 225) und, 
ist er davon überzeugt, so mag er gleich wohlwollend Piaz-- 
z e t t a verteidigen, der sein Verfahren im Colorit von 
Crespi lernte, 'und die Uebrigen, welche diese nun abgekom- 
mene Handwerkerei mehr oder weniger befolgten. 
In seinem gediegenern Style ist bei den Serviten das 
ßemälde der Stifter; ein Abendmal U. H. im Hause Sam- 
pieri; einige Stücke im Palaste Pitti, wo der grosse Fürst 
Fernando ihn lange beschäftigte, und nicht wenig andere 
seiner ersten Arbeiten. lm zweiten Style sind mehrere Ge- 
mälde für die Sammlungen der Herren Ronmni; die Einsied- 
ler Paulus und Antonius für die Fürsten Albani; die Magda- 
lene für den Palast Chigi; die sieben Sacramente für den Card. 
Ottoboni, wovon ich Abbilder im Palast Albani zu Urbino ge- 
sehen. Alle ieben Bilder haben gewisse kühne Schlaglichter 
und Gegensätze, welche den Blick fesseln; alle haben Neu- 
heit der Erlindungen, besonders die Ehe, die zwischen einem 
jungen Mädchen und einem Achtziger unter vielem Gelächter 
der Umstehenden geschlossen wird. Der Spanier lebte lange, 
ivom Papste mit den Auszeichnungen des Ritters geehrt, un-
        

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