Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296080
Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
Bekleidung der Figuren darin, wie andere Städte Sie nicht 
hatten. So sah ich zum Beispiel an mehrern Orten evangeli- 
sche Darstellungen, wo der Erlöser immer einen rothen Man- 
tel hat; andere Personen haben Kleider mit einer neuen Art 
von Goldsaume; Kleinigkeiten allerdings, die aber doch in kei- 
ner andern Schule vorkommen! Aus dergleichen Beobachtun- 
gen nun meine ich schliessen zu können, dass in jenem Jahr- 
hundert auch die Bologner eine Schule hatten, wenn auch 
keine zierliche und berühmte, doch "eine eigene, fast möchte 
ich sagen landsiedlerische, von den alten Musiv- und Miniatur.- 
malern abgeleitete.  
Und hier muss ich, trotz der mir zum Gesetz gemachten 
Kürze, anführen, was Baldinucei in den Nachrichten über 
den liiiniaturmaler Franco schreibt: „Nachden1 der berühmte 
lilaler Giotto die neue und schöne WVeise zu mdlen erfunden 
hatte, wodurch er sich den Namen des ersten Herstellers der 
Kunst, ja ihres Auferweckers vom Tode, verdiente; und nach- 
dem auch er mit ämsigem Fleisse auf dic schöne sogenannte 
Miniaturmalerei sich gelegt, welche zumeist für ganz kleine 
Figuren gebraucht wird, so wendeten sich auch viele andere 
zu dieser Kunst und wurden in kurzem tüchtig darin. Einer 
von diesen war Oderigi von Agubbio, von welchem wir sei- 
nes Qrts unter Cimabusfs Schülern gesprochen haben. . . 
Wir fanden, dass dieser Orlerigi, wie Vellutello in sei- 
nen Anmerkungen zu Danteis Fegefeuer Ges. l], zeigt a), 
Meister in der Kunst. des Bologners Franco war, welche He- 
3) Drauf ich: Ich muss für Oderich dich halten, 
Den Ruhm der Kunst, die auf das Evenbein 
Hfnxaubert bunte liebliche Gestalten. 
Arh, Bruder, heiler sind die Schildereinf 
Versetzte Jener, Frank des Balognesen, 
Sein ist der Ruhm nun ganz, zum Tlmil nur nzein. 
So edel wih" ich, lebend, nicht gewesen, 
Dies zu geslelm; dem: Vach vor Rnlmlgier scku-oll 
Damals mein stolzes Harz, mein ganzes Wesen. 
Eär solchen Stolz bezahlt man hier den Zoll. 
Hierauf setzt er als Beispiel delsen, was auch ihm begegnet, hinzu 
Als Maler sah man Cimabue bliilm,  
Jetzt sieht man über 27m den Gintlo ragen, 
Und Jenes Glanz in trüber Nrzcllt vrrglzilzn. 
Nach Slreclrfusu.
        

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