Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297696
Pasinelli. 
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Die clemenl. Akademie. 
167 
von F raneeschixxi erzogen, wie man aus dem Neuen Weg- 
weiser sieht, ahmte er ihn doch im Colorit nicht nach, son- 
Üern suchte es in Cignani auf. Giuseppe Pßdrßtii 
war lange in Polen,_und malte, als er nach Bologna ziarück- 
kehrte, sehr viel mit geübter Kunstfegtigkeit. Giaicinto Gal 
rofolini, Schüler und Vetter des Marcantonio, war sehr 
mittelmässig, wenn er allein arbeitete; aber mit seinem Ver- 
wandten und Boni führte er mehrere "Wandbilder aus, Öiß 
schon allein ihm ein Recht an die Geschichte gehen. 
Diesen Bologneru und Akademikern können manche Aus- 
länder beigefügt werden, wie ein Gaetano Frattini, der 
in Ravenna dunih einige Bilder im Corpus domini bekannt 
ist, und mehrere andere, die wir in verschiedenen Schulen 
erwähnen. Kehren wir nun zu der des Cignani zurück! 
Giuseppe Maria Crespi, dem die Mitschüler seines 
netten Anzugs wegen den Zunamen des Spanicrw gaben, werd 
crst von Canuti, dann von Cignani unterrichtet, und legte 
als Knabe schon den besten Grund zum Geschmack, Unermü- 
det ccpirte er die Bilder der Caracci in Bologna, übte sich 
ganz gcmüthlich nach den wiirdigsten Venedigern in ihrem Ge- 
burtsort; betrachtete die Gemälde des Coreggio in Modena 
und Parma, und hielt sich lange in Urbino und Pesaro bei Ba- 
roccio's Arbeiten auf. Von diesen fertigte er manche Ab- 
bilder, die in Bologna für Urbihler verkauft wurden. Sein 
Zweck war stets, aus vielen Manieren eine neue zu bilden, was 
er auch thet, und in einer gewissen Zeit war Baroccio 
Sein liebstes Muster, zu einer andern, als er grossartiger ma- 
len wollte, Guercino; auch Pier da Cortona misiiel ihm 
hinsichtlich der geschmackvollen Zusammenstellung nicht. Mit 
den Mustern der Dahingegangenen vereinte er die Beobach- 
tung der Lebenden, und war, wenn wir dem Sohne glauben 
dürfen, ein Feind leidiger Handfcrtiglceit. Alles schöpfte 
er aus der Natur; ja, er hatte in seinem Hanse eine optische 
Kammer, wo er die, welche unterwegs stehen blieben, abzeich- 
Ilete, auch die verschiedenen Spiele und malerischen iWieder- 
scheine des Lichts bemerkte. Seine Bilder sind voll solcher 
Scltsamkeiten, und, seltsam  sind auch seine Verkiirzungeh,_ 
Wesshaib er zuiveilen viele Figuren in wenig Raum setzt; ßver
        

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