Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297688
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologxler Schule. 
Boni 
diente 
dem 
Francesclnini 
bei 
vielen 
Arbeiten. 
besonders in Rom. Er war auch Cignanfs Schüler gewe- 
sen, wie mancher andere, der in dieser Schule zu nennen ist; 
und in seinen fleissigern Werken hatte er dies erste Muster 
mehr vor Augen. So bei der Decke in S. Niaria della Costa. 
zu S. Remo,.und zu S. Pier Celestino in Bologna, wie nicht 
wenigen Gemälden in Genua, wo er sich niederliess. Beson- 
deres Lob ärntetcn zwei seiner Bilder jn der Nlagrlalenenkirche: 
ein Gebet in Getbsemane und eine Trauer um Christus. Vor 
allem zeichnete er sich in Wandbildern aus; in einem Zimmer 
Pallavicinfs ist ein Jupiter, an Amalthea saugend, höchst an- 
muthig. In dieser Hauptstadt arbeitete er viel; „da ist kein Pa- 
last, keine Kirche, kein Kloster, kein Haus, worin man nicht 
Arbeiten von ihm und lauter beifallswerthe und löbliche Ar- 
beiten sähe," sagt Crespi. Nicht wenig arbeitete er auch in 
Brescia, Parma, S. Remo; ausserdem ward er mit Bestellun- 
gen im Dienste deeFürsten Engen von Savoyen und des Kü- 
nigs von Spanien beehrt, für dessen Capelle er eine Bildtafel 
sendete. Oft bemerkt man an diesem Maler einen Handferti- 
gen, Geübten, welcher eilt, nicht fertig macht, noch hinlänglich 
feilt, übrigens so leicht die Farbe aufträgt, dass sie auch leicht 
vergeht; doch hat er immer Zartheit und Bestimmtheit in den 
Umrissen, etwas Heiteres und Olfenes, das doch gefällt. 
Antonio Rossi fertigte nicht so grosse Arbeiten, als 
Boni, übertraf ihn aber an Fleiss; daher der Meister ihn in 
Bestellungen, welche er den Schülern übertragen musste, allen 
andern vorzog. Er übte sich in Kirchenbildern, und sei- 
nen Ruf hob das liiartyrthum des heiligen Andreas in S. Dome- 
nico sehr. Auch beschäftigten ihn Bautenstücke und Land- 
schaften, wo er so schön mit dem Uebrigen verbundene F igür- 
cben hinzumalte, dass sie von Einer Hand scheinen, wesshalb 
er bei Künstlern dieser Gattung sehr beliebt war, besonders 
bei Orlandi und Brizzi. 
Girolami Gatti hat weniger, als Rossi, in Kirchen 
gemalt, sich aber in kleinen Figurenstücken ausgezeichnet, 
deren eins im Saal der Aeltcsten ist. Es stellte die Krönung 
Karls V. in S. Petronio dar, und er zeigte sich darin "eben 
sowol als guten Figurefh, wie als Ansichtemualcr. Ubwvl
        

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