Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297666
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Obc-rilalit-n. 
Urilles Buch. 
Die bologner 
Schule. 
so gewandt in der Anordnung für jede Ansieht und in der 
Färbung für jede lerne. Er pflegte seine Risse Grau in Grau 
zu entwerfen, an der Stelle anzuheftcn und nun über das Ge- 
lingen seiner Arbeit zu urtheilen. Dies Verfahren verdiente 
wol allgemein befolgt zu werden. 
Seiner Wandbilder sind viele, die Decke im Palast Ra- 
nuzzi, die Kuppel und Decke der Kirche Corpus donzini, die 
Porkirche zu S. Bartolommeo in Bologna; mehrere andere 
in verschiedenen Bezirken nicht zu erwähnen, gedenken wir 
bloss der Sparrenköpfe der Kuppel mit drei geschichtlichen 
Bildern im Dom zu Piacenza, und der grossen Decke im Rath- 
haussaale. Dieses Gemälde, zu dessen Lobe bloss angeführt 
werdefdass Mengs es mehrere Stunden theilweise betrachtete, 
diese seine beste Arbeit, ging in einem Brande unter, ohne 
dass ein Stich einer so grossen und edeln Erfindung übrig ist. 
Gleichen Gedankenreichthum und schönen Styl zeigt er in den 
grossen Geschichtgemälden, die in den besten europäischen 
Sammlungen und in seinen häufigen Altarbildern zerstreut 
sind. So bei den Augustinern zu Rimini der heil. Tommaso 
da Villanova, der Almosen austheilt; ein Bild, das durch pracht- 
vollen Bau überwältigt und durch Schönheit der Figuren über- 
rascht. Nicht ohne Verwunderung lieset man, dass Ritt. Fran- 
ceschini noch fast in seinem aebtzigsten Jahre, wie in sei- 
ner Bliithezeit, malte; seine Trauer um Christi Tod bei den 
Augustinern zu lmola, die weiland Stifter der Servitenkirche 
zu Bologna, verrathen fast gar keinen Verfall des Malers. Er 
schlug alle vortheilhafte Bedingungen an Höfen, welche ihn 
um die Wette beriefen, aus. Giordano selbst ward erst an 
den spanischen berufen, nachdem F r a n c e s c h in o diese 
Stelle angeschlagen hatte. So lebte er denn in Oberitalien, 
behauptete dort den Rang eines Sehulenhauptes und hatte fast 
eben den Anhang, wie Cortona in Unteritalien. Beide Schu- 
len haben den earuccischen Styl sehr befolgt und gewisser- 
massen beliebter gemacht; daher in Rom, wer kein geübte! 
Auge für die Züge und Gegensätze hat, welche die Cor- 
tonisten von allen andern auszeichnen, sie leicht mit den 
neuesten Bolognern vermengt. 
Luigi Quaini, Carlo Cignanfs Vetter und Frau" 
ceschinPs Schwager, rvur einer der lebhaftesten Geister,
        

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