Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297625
"1 60 
Oberitaliem 
Drittes Buclh. 
Die bologner Schule. 
die Herren Biancani "Tazzi, welche Algarotti ausserorilent- 
lieh liebgcwann und als Muster von Vollendung pries. Einen 
Amor unter mehrern Nymphen sah ich bei einem Herrn Velpi, 
ein gleich anmuthiges Bildchen, dlrzeugnis einer dichterischen 
Phantasie, die bis in die spätesten Jahre Verse erzeugte, und 
zwar nicht solohef, wie Lomazzo, oder Boschini 5). 
Von diesem Zanotti, einem trefflichen Lehrer, lernte 
die Zeichnung Ercole Lelli. Sein aus-serordentlicher Geist, 
die anatomischen Wachspräparate, die er mit llalenzolini für 
die Anstalt machte, und sein grosscr Einfluss auf den Unter- 
richt der Jünglinge in den drei Künsten, erwarlien ihm in 
Italien einen grossen Ruhm, der noch dauert. Darum muggig 
er hier erwähnt werden, wobei. jedoch zu bemerken, dasser 
besser über lllalerei sprach, als malte. Diese Kunst ist wie 
die Sprachwissenschaft; sie federt eine lehexidige und stete Ue- 
bang, wie Lelli sie nichtihaben-konntc. Der Wegweiser 
in Bologna führt ein Gemiildewziori ihm an, und sagt ganz 
richtig, da es einer Entschuldigung bedurfte, es" gehöre unter 
seineersten. Der Wegweiser durch Piacenzu führt ein an- 
deres an (den heil. Fidelis bei den Kapuzinern). und setzt auf- 
richtig dazu, sein grösster Ruhm sei Malerei nicht gewesen. 
Gio. Viani war in Torre's Schule PasinellVs 
Mitschüler; das eiuihm auch geholfen, ist nur Muthmassimg. 
Dies war ein gelehrter Maler, der keinem Gleichzeitigen der 
Schule naehstand; auch nahmer in dieser Fertigkeit durch 
seine [lebungen nach (lem Nackten und in der Anatomie bis 
in die spätesten Jahre zu. Mit dieser Kenntnis verband er ei- 
nen Rciz der Formen, ein saftiges Cnlorit, eine Lieblichkeit 
der Bewegungen, eine leichte Gewandung, indem er sich sehr 
nach der Natur übte und bald nach '1',0rre"s, bald nach 
Guido's Muster sie veranmuthigte. 'Das hiichst zarte Altar- 
bild des heil. Johannes im Siechhause der Buonfratelli ist sein 
Werk. In dem Siiulengange der Serviten stellteer in einer 
Lunette S. Philipp Benizj von zwei Engeln gen Himmel ge- 
tragen dar; eine Figur, die in Gesicht und Flug die Seligkeit 
verkiimlet, und, wiewol in der Nähe eines andern Bildes von 
Lelt. pitt. T0. 
136.
        

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