Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297582
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
kecke und rohe Färbung, indem er den Grundsatz hatte, die 
Tinten anzuwenden, wie sie. in der Natur sind, und der Zeit 
ihre Dämpfung und Schmelzung zu überlassen; ein Grundsatz, 
welchen Einige dem Paol Veronese zugeschrieben haben! 
Hat es je einen Maler gegeben, der nicht von der Leinwand 
loskommen konnte, so war es Creti. Er malte den heil. 
Vincentius, der Lodovicws Raimondo gegenüber kommen 
sollte. Er hatte ihn mit aller Kunst vollendet, war aber doch 
nicht damit zufrieden und der Besteller musste ihm denselben 
aus der Werkstatt wegnehmen, um ihn in die grosse Kirche 
der Padri Predicatori zu bringen. Dies ist wol sein bestes 
Gemälde. Verdienstlieh ist auch das Gastmal Alexanders für 
die Familie Fava; ja, es wird von Manchen für sein Meister- 
werk gehalten. Creti hatte an Ercole Graziani einen 
Schüler, der mit seinem Styi einen bessern Vortrag, grossar- 
tigcrn Charakter, grössere Freiheit des Qinscls und andre Ga- 
ben verband, die ihn übcr seinen Meister erheben. Er näherte 
sich Franceschini und den übrigen, welche in CignanPs 
Schule einander folgten. Einer seiner Nebenbuhler tadelte 
seine zu grosse Weichheit und kleinliches Suchen nach neuen 
kleinen Zieraten. Andere vermissten an ihm ein Gleichge- 
wicht der Farben, andere grössere Lebhaftigkeit; dennoch müs- 
sen Alle ihm Geist und Fleiss zugestehen, so dass er es mit 
dem Besten seiner Zeit aufnimmt und unter Vielen der Erste 
hätte seyn können , hätte er nur einen gründlichen Meister 
gehabt. ln S. Petrus malte er den Apostel, der den heiligen 
Apollinar einsetzt; ein reiches und würdevolles Bild, das ihm 
der Card. Erzbischof Lambertini auftrug, und nachdem er 
Papst geworden, für die Apollinarkirche in Rom wiederholen 
liess. Auch sein heil. Peregrinus in Sinigaglia, die Apostel- 
fürsten, welche mit dem süssesten Ausdruck scheiden, dem 
blartyrthuixi entgegenzugeheil, in S. Pißtw Zll Pilwenza und 
andre Bilder aus seiner bessern Zeit Sind Sehr verdienstlich. 
Mit Creti und Graziani verbindet man auch den Grafen 
Pietro Fnva, in dessen Hause Beide lange ernährt wurden, 
als Studiengenossen und Förderer dieses trefilichen Edelmdnns. 
Man zählt ihn unter die Schüler Pasinellfs und die elemen- 
tixiischen Akademiker, und spricht von seinen Ucbungen nach 
der Caracci Werken, deren Styl er sehr liebte, wie irgend
        

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