Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297569
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Sclfixle. 
Gemiilde zu sehen, die er für die Grafen Bonaecorsi gemalt 
hatte, ging er nach Maeerata, wo er in der Kirche der Jung- 
frauen und im Hause der ebengenannten Herren manche Arbeit 
hinterliess. Ich weiss nicht, ob von dieser Reise jenes mehr 
verführerische, als wahre Colorit herrühren möchte, das man in 
manchem seiner kleinen Bildchen und in einigen Bolognern, 
die nach ihm lebten, bemerkt. Aus seiner Schule gingen her- 
vor der Veroner Feliee Torelli, und sein Weib, eine Bo- 
lognerin, die Lucia Casalini. Torelli kam schon in 
der Kunst, die er daheim bei Sante Prunato, dessen Ge- 
schmack er grösstentheils beibehielt, gelernt hatte, gefördert 
dahin. Er ward ein kräftiger Maler von schönem l-lelldunkel, 
von nicht gemeinem Verdienst in Altarbildern. Dergleichen be- 
finden sich in Rom, Turin, Mailand und in kleinern Städten 
sogar. Vor allen zeichnet sich der heil. Vincentius aus, der 
bei den Dominicanern in Faenza ei-ne Besessene heilt; ein in 
Köpfen, Kleidern, Gebärden höchst mannichfaltiges Bild. Auch 
Lu eia malte so viel möglich in ihres Mannes Style für Kir- 
chen; aber ihre Stärke waren eigentlich Bildnisse, wegghalb 
auch das ihrige in der florenzer Gallerie eine Stelle hat. Ein 
anderes Weib, das schon in die Zeichnung von der Sirani, 
und in das Colorit von Tarnffi und Pasinelli eingeweiht 
war, bildete Gio. Giosscffo dal Sole vollends aus, Tc- 
resa. Muratori Scannabecchi. Sie arbeitete viel für 
sich und sehr löblich. Mit Hülfe des Meisters malte sie einen 
heil. Benedict, der ein Kind vom Tode rettet; ein anmuthiges 
Bild von guter Wirkung in einer Capellc des heil. Stephan. 
Franceseo Monti, ein anderer Zögling dieser Schule, 
hatte von Natur Neigung zu begeisterter Behandlung reicher 
Steife, und legte sich darauf ohne sonderliche Nüßilüillllllngg- 
oder Kunstausbildung. Für die Grafen Ranuzzi, seine Be- 
schützer, malte er den Raub der Sabinerinnen, und für den 
turiner Hof den Siegesaufzug des hlardochai, iigurenreiche 
und gelobte Arbeiten; auch für mehrere Kirchen und Samm- 
lungen nicht Wenig Oelbilder. Aber man muss ihn in seinen 
Wandbildern, besonders in Brescia, wo er sich niederlies, km. 
nen lernen. Er arbeiteteauch in der Umgegend viel, beliebt 
wegen Fülle des Geistes und Meisterschaft in der Farbe. Viele 
Kirchen und einige adeliehe Häuser, wie das Martinengo, Avo-
        

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