Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297559
Pasinelli. 
Cignani. 
Die clement. Akademie. 
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Wol er in mehrern Gegenständen sehr zierlich erscheint, wie 
in den Haaren und Engclllügeln, so auch in Beiwerken, wie 
Schleiern, Armbändern, Kronen, Rüstungen. Auch schien er 
geneigter, als Pasinelli, starke Gegenstände zu behandeln, 
beobachtete das Costume mehr, ordnete regelmässiger an, "war 
in Bauwerken und Landschaften gclehrter. In, diesen ist er 
beinah ausgezeichnet, und die schönsten, die er vielleicht ge- 
liefert, beiinden sich zu lmola im Hause Zappi, ein Abend 
nämlich, eine Nacht und eine lllorgenröthe; herrliche Vor- 
würfe und in gehörigen tiefern 'l'inten. Seine andern Arbei- 
ien glänzen meistens durch die schönsten Sehlaglichter, beson- 
ders die heiligen und die himmlischen Gesichte, wie der heil. 
Petrus von Alcantara zu S. Angiolo in lllailaxid. Dabei war 
91' gefeilter und genauer, als Pasinelli; nicht als hätte er 
Seine Arbeiten nicht eben so beschleunigen können, wie andere, 
Sondern weil er es für eines ehrlichen Mannes unwürdig hielt, 
ihnen nicht die möglichste Vollendung zu ertheilen. Als er 
in Verona für die Familie Giusti inalte, wo manche sehr 
schöne mythologisch und heilig geschichtliche Arbeiten von ihm 
sind, vollendete er in Einer Woche einen Baechus und eine 
Ariadne, die von Malern für treiilieh erklärt wurden. Nachher 
strich er fast das ganze Gemälde aus und arbeitete es nach 
seinem Gefallen um, weil, wie er sagte, er nur hätte zeigen 
wollen, dass er durch Schnelligkeit Andern genügen könne, nun 
aber durch Genauigkeit sich selbst genügen wolle und müsse. 
Daher vollendete cr auch sein Wandgemälde in S. Biagio zu 
Bologna, sein grösstes Werk, nur langsam; und seine. weni- 
gen und geschützten Altarbildcr sowol, als seine vielen Cabi- 
lletstücke hielt er hoch im Preise, weil er nie nachlässig malen 
mochte. Man unterscheidet an ihm, wie an andern, ziveierlei 
Style, und der zweite hat einen Beisehmaek von Guido 
lleni, Wie ich lese, gab er sich spät und mit minderm Er- 
folg daran. Mir scheint ein grosser Theil seiner Gemälde ei- 
llen guidisclwn Anklang zu haben, und mithin sein Beiname 
des neuern Guido, wie ihn Viele nennen, wol nicht die 
Frucht einer Vorliebe, oder einer kurzen Zeit seyn zu können. 
Ich glaube nicht, dass ein anderer aus jener Zeit mehr 
Auhiixigcr gehabt, als Giangioseffo dcl Sole; Solimcne 
etwa ausgenommen, den er selbst sehr hochachtete. Seine
        

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