Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297543
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Oberilalien; 
Drittes ßllph, 
Die boldgner Schule. 
Cannti Schule, als dieser Bologna verliess, mehrere wackere 
Schüler zu erben; Einer davon war Gio. Antonio Bur- 
rini, der, ohne je die Manier seines ersten Meisters zu ver- 
gessen, doch auch die paolisehc liebgewann, die dem Pasi- 
nelli so sehr gefiel. Er schien dazu von Natur durch die 
Fruchtbarkeit seines Geistes und den wundcrgleichen Arbeits- 
eifer geneigt. In Venedig übte er sich sehr nach diesem Mei- 
ster, und ahxnte ihn in den sogenannten Arbeiten seines er- 
sten Styls nach. Unter diesen zeichnet sich eine für die Fa- 
milie Ratta gemalte Erscheinung aus, welche wenig Stücken 
dieser Sammlung naehsteht. Nachher fertigte er ein Martyr- 
thum der heil, Victoria, für den Dom von Miranrlola, unter 
Mitbewerbung des Gio. Gioseffo dal Sole, welcher, da er 
sich so weit übertroffen sah, sehr bestürzt war. Pasinelli 
aber, ihr gemeinschaftlicher llleister, sprach ihm Muth ein 
und wahrsagte ihm, er werde ein besserer Künstler, als Bur- 
rini, werden, der, von der Leichtigkeit seines Talentes selbst 
verrathen, zuletzt ein Handwerksmaler werden würde. Die 
Wahrsagung traf pünctlich ein. Bnrrini malte noch über 
lunfzehxi Jahre ziemlich licissig fort und zeigte sich bei dem 
Fürsten Carignano in Turin, in Novellara und besonders in 
Bologna, als wackercr Wandmaler, den Einige den Pietro von. 
Cortona, oder den Giordano seiner Schule nannten. 
Fürwvahr verdienen auch seine geschichtlichen Wandgemälde, 
im Hause Alhergati, Alamandiui, Bignmi und die übrigen aus 
seiner ersten Zeit gesehen zu werden. Als er aber nach- 
her Kinder bekam, übcrliess er sich allmülich, um Geld zu 
verdienen, seiner Leichtigkeit und nahm einen zweiten Styl 
an, der wegen menschlicher Tkügheit mehr Anhänger fand, als 
der erste. 
Gio. Gioseffo dal Sole dagegen trachtete täglich 
vollkommener zu werden und erhob sich zu einer der ersten 
Stellen unter den Malern seiner Zeit, hatte immer Aufträge 
von italischen und auswärtigen Grossen, und wurde auch an 
zwei Höfe, den polnischen und englischen, eingeladen. Einige 
Zeit hatte er einen mehr dem pasinellischen gleichförmiger; 
Styl, kehrte auch, um ihn an der Quelle zu erforschen, meh- 
reremale nach Venedig zurück. Jene vielfache Schönheit des 
Meisters in leichten zierlichen Stoffen erreichte er nicht, irie-
        

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