Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297528
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Oberilalien, 
Drittes Buch, 
Die bologner Schule. 
Bildnisse einer seiner drei Frauen hält. In manchen andern 
Gcnriilden von ihm ist dagegen wenig Rundung, satte Farbe, 
eine von der der Bologner vor den Caraeci nicht sehr ver- 
schiedene Färbung; diese halte ich nun für Bilder aus seiner 
frühesten Jugend, oder aus seinem spätesten Alter. 
Ritter Cignani war, wie schon anderswo gesagt wurde, 
einer der ersten vier Maler seiner Zeit, ein mehr tiefer, als 
rascher Geist, leicht Arbeiten unternehmend, schwer, fast nie 
zu seiner Zufriedenheit, sie endigend. Josephs Flucht3), welche 
die Grafen Bighini in lmola haben, war eine Arbeit von einem 
halben Jahre; und dergleichen Beispiele erzählt man mehrere 
von ihm. Dessungeachtet erscheint er vollendet, nie mühse- 
lig, und Leichtigkeit ist ein Hauptverdienst an ihm. Seine 
Erfindungen beziehen sich oft auf Albani, der ein Meister 
war. Für ein Kloster in Piacenza malte er eine (Ioncezione 
U. L. F. 4), welche, in weissen Byssus gehüllt, der Schlange 
den Kopf zertritt; bei ihr ist in heitern Purpur gekleidet daB 
Kindlein, welches seinen Fuss mit Würde und Anmuth über 
den der lilutter setzt. Wie sprechend, wie erhaben ist diese 
Gcbärde! Auch die Geburt U. L. F. im Dom zu Urbino hat 
etwas Dichterischcs und Neues, welches Letztere daran in Rom 
gctadelt wurde. Eben so ordnet Cignani gut zusammen und 
vertheilt, nach der Caraeci Beispiele, seine Figuren so, dass 
seine Bilder immer grösser scheinen, als sie sind. In S. Mi- 
chele in Bosco ziehen die vier heiligen Geschichten an in vier, 
jedem von zwei der schönsten Englein, die Bologna hat, getra- 
genen Eirunden; und die beiden im Stadtsaale, wo er Franz l. 
darstellt, der Drüscnkrankheit heilt, und Paul lll., der in Bo- 
logna einzieht, bezaubern. Minder grossartig, aber lieblicher 
ist ein Gemälde von ihm im herzoglichen Gartenpalaste zu 
Parma. Agostino Caracci hatte dort die Decke eines 
3) Joseph, der derlreizemlcn Poliphara enlflieht, ist auch in der 
dresdner Gullerie; aber sehr verzeichnet und Schlecht cnlurirt, Q. 
4) Wenn crmcezione etwas anderes, als Empfängnis heisst (wie e? 
beinah scheint, wesshulb wir denn es lieber unüherselzt gelassen), 
etwa Himmelfahrt, die doch kirchlich assunzinne lieisst, wie div 
des l-leilandu zzscmsicßne, so bekennt der liebersetzer gern Seine Ull- 
kunde hierin und kann xiichl. umhin, doch einen sprachwidrigeu 
"lllishranch des Worts unzucrkenllcn, Worin ihm selbst italienische 
Freunde, die er hefragle, heipllichteleix. W.
        

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