Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297431
Die Caracci, ihre Zögi. u. Nachf. bis auf Cignani. 
Baukunst daselbst sah. Er dachte viel über das Relief, die 
Seele dieser Kunst, nach. Seine Blendgesimse, Süulengänge, 
Siiulenhallexl, Geländerdocken, Bögen, Sparrenköpfe von un- 
ten nach oben angesehen, hat man oft gemeint, würden durch 
Gyps, oder einen andern erhabenen Körper unterstützt, und 
dennoch ist alles nur Wirkung eines Helldunkels, da er mit 
beispielloser Leichtigkeit, Wahrheit und Anmuth behandelte. 
In den Farben hielt er sich an die Naturfarben der Steine und 
Marmore; die nachher der Wahrscheinlichkeit zum Trolz ein- 
geführten Tinten von Edel- und harten Steinen vcrschmähte 
er. SeineErfinduug war es, Gold in Mauergemälden anzuwen- 
den. Er brauchte dazu mit gekochtem Oele verdünntes Ter- 
pentin und gelbes Wachs, die er siedend mit einem feinen 
Pinsel auftrug, wo Lichter vorkommen und Goldblättchen ge- 
braucht werden. Ucbrigens machte er nur sparsamen Gebrauch 
von dieser Erfindung und überliess es seinen Anhängern, sie 
zu mishrauehen. Da er auf Dauerbarkeit bedacht war, so 
pflegte er flüchtig zu entwerfen, überging dies nochmals und 
trug so alles gediegen auf; an freistehenden Stellen verliess 
er sich nicht auf den Kalk, sondern nahm immer feingestos- 
senen weislsen lllarmor dazu, wie an der Antlitzseite des Pa- 
lastes Grimaldi. So verlieh er Palästen und Kirchen neuen 
Glanz, und als er hierauf zu den Schaubühnen überging, 
brachte er auch da etwas Neues auf.._Er malte die nähern 
Coulissen mit ungemein kräftigen Schatten, die sich allmäliclz 
sanft in die letzten verliefen und verdämmerten. Dieser Ge- 
gensatz von Stärke und Schwäche täuschte in wenig Raum 
mit einer ungeheuern Strecke und verstärkte die Täuschung 
des Plastischen in den Scheingebüuden so, dass Viele in der 
ersten Zeit auf das Gerüst stiegen, um das Wahre in der 
Nähe zu besehen. Dieser ungemeinen Kunst wegen ward er 
lllehrmal ersucht, ausserhalb Bologna zu arbeiten; in Ravenna 
V01! dem Cardinallegat, in Parma und Modena von den 
Fürsten, in Rom vom Fürsten Lodovisi, für welchen er einen 
Saal malte, der den von Gio. Alberti gemalten und bis da- 
hin für-wundernswerth gehaltenen clementinischen überbot. 
Dentone pflegte einen Figurenmaler mit sich zu neh- 
man, der ihm Standbilder, Helldunkel, Knäblein, zuweilen 
auch Thiere und Blumen malte, womit er, nicht immer um-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.