Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296050
Die 
bologner 
Schule. 
3 
Naturgabe und Neigung das Beste aus dieser "und jener wählen. 
So ward diese Schule, welche zuletzt blühte, die erste im Un- 
terrichten, und lehrte alle, nachdem sie von allen gelernt 
hatte; sie, die bis dahin sich durch keine eigenthünrliche Form, 
oder Charakter ausgezeichnet hatte, erzeugte nachher fast so- 
viel neue Darstellungsweisen, als es Caracci und Schüler der- 
selben gab. Sinn und Feder eilen dieser glücklichen Zeit auf 
den kürzesten YVegen entgegen, versehmähen und meiden alle, 
was ihre Reise unterbrechen oder verlängern kann. Mag im- 
merhin Malvasia gegen Vasari losziehen, auf seine Kupfer 
zürnen, wo Bagnacavallo eher einem Ziegenbocke, als einem ehr- 
lichen Manne ähnlich sieht, mag er seine Werke tadeln, wo 
manche Künstler von Bologna übergangen, manche kärglich 
gelobt, manche getadelt werden, von einem Meister Amico 
und Meister Biagio sogar übel gesprochen wird , ich werde 
mich nicht sehr damit befassen, derlei Rügen zu mindern, oder 
zu mehren; habe ich doch an mehrern Stellen über diesen Schrift- 
steller hinlänglich gesprochen. Darum jedoch werde ich auch 
nicht unterlassen, ihn, wo es nöthig ist, zu verbessern, oder 
mit Hülfe Neuerer 3) zu ergänzen; noch auch anstehen, das 
lilalvasia im Feuer des Streites entschlüpfte Unkritischc zu 
tadeln. Der Leser wird dies sogleich in dem ersten Zeitraume 
bemerken, wo ich, nach meiner Weise, zum Ursprünge dieser 
Schule zurückgehe und ihre ersten Anfänge beschreibe. Mit 
den Bolognern werde ich zugleich viele Künstler von Romagna 
3) Keine italische Schule hat bessere Geschichtschreibei- gefunden, 
als diese. Malvasia war ein helesener Gelehrter und man hat von 
ihm ein Leben Cr e sp i's. Die zwei Bände seiner Felsina Piltrice wer- 
den immer ein Schatz von schönen Kenntnissen bleiben, die er durch 
der Caracci Schüler, welche ihm an dem Werke halfen, sich er- 
warb, wiewol man es eines manchmal allzuglühenden Vaterlnndseifers 
bezivhtiget. Crespi und Zanotti setzten es fort, und von ihren 
Verdiensten wird bei dem letzten Zeitraume gesprochen werden Zu 
diesen Merken kommen die Pillure, scolture e arcliilelnlrc d? B04 
lugmf, deren letzte Ausgaben treffliche, auch handschriftliche Nachrich- 
ten haben , und woran unter andern der mehrmals gelobte Bia nconi 
und der fleissige Sammler von Malerkunden Murcello Otetti 
mitarbeitctexi. Ich führe sie unter dem Namen: Wegweiser in Bologna 
an, und ausserdem in Romagna den in Ravenna von Beltrnm i, den 
riminischen von C osta, den pesarischen von Becci, weicher 
auch einige Bemerkungen über die beten Gemälde in Pesaro und eine 
Abhandlung über die Malerei enthält, die sehr schöne Erzeugnisse 
Lazzarini": sind. L. 
A 2 
        

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