Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297382
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
seinem 
dies in, 
Namen, 
Leben 
angedeutet wird, jedoch 
ohne Angabe 
der 
Facnza hatte zu der Caracci Zeit einen Ferrau aus 
Faenza, welchem man als Stammfamilie Fanz o ni, oder Faen- 
z_oni giebt. Nach Titi war er Varni's Schüler; und Rom 
hat nichts von ihm als Mauergemälde in der Scala Santa, im 
S. Gio. Laterano, und in grosser Anzahl in S. Maria Mag- 
giore; evangelische Geschichten von richtiger Zeichnung, lieb- 
lichen Tinten, gutem Auftrag, wetteifernd mit Gentileschi, 
Salimbeni, Novara, Croce. Von ihm ist ein Onofrio 
im Dom zu Foligno, und mancherlei in Ravenna und Faenza, 
WO er mir jedoch ein anderer schien. Dort hörte ich ihn un- 
ter die Schüler der Caracci zählen, an welchen er sich 
vielleicht eine Zeit lang übte. Dies glaubt leicht, wer im Dom 
die Carlscapelle, oder seine Kreuzabnahme bei den Dominica- 
nerinnen, oder in der Bruderschaft des heil. Johannes seinen 
Schafdeich sieht. Letzteres ist das besterhaltene seiner Bilder 
in seiner Vaterstadt und ähnelt Lodovico's Style am mei- 
sten. Uehrigens ist sein wahres Stammhaus Fenzoni, eine 
in Faenza eingegangene edle Familie, und er starb in seiner 
Vaterstadt 1645 im 83sten Jahre seines Alters. Man erzählt 
von ihm eine grausenvolle That, dass er nämlich bloss aus 
Kunstneid einen faenzer Jüngling M anzoni umgebracht, wel. 
eher der Malerei zu Ehren heranwuchs, wie mehrere Staffelei. 
bilder beweisen, deren zwei der Friedensrichter Ab. Stroeehi 
in Faenza besitzt, Nicht minder werden seine Altarbilder ge- 
schätzt, besonders das lilartyrthum des Bischofs Eutropius in 
seiner Kirche. Er wäre ein tüchtiger Mann geworden, hätte 
der Neid seine Fortschritte nicht gehemmt. Der Mörder hat 
seiner Kunst nicht ersetzt, was er ihr in diesem Jüngling ent- 
rissen, indem er zwei Töchter unterrichtete, Teresa, die viel 
in der Vaterstadt malte, und Claudia Felice, die vielleicht 
etwas besser in Bolpgna arbeitete, wo sie 1703 starb. 
In Faenza selbst ist viel von einem Tommaso Miscit- 
roli, der nach Ferrau lebte und gewöhnlich der Bauer- 
maler heisst; ein Mann, der seinen Namen mehr der Na- 
turanlage verdankte, als den Kunstlehren. Er hat weder 
Zeichnung, noch Ausdruck, noch Costum, das ihn empfehlen 
konnte, und verstösst oft dagegen. Die muntern Bewegungen,
        

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