Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297339
III. 
Die Caracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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Einige ihn zuerst unter den Caraecisten zählen. Gewiss 
war er auch, die fünf ersten ausgenommen, jedem andern gleich 
und, ausser Domenichin o, allumfassender, als die übrigen. 
An ihm vermisste man nicht, wie an Guido, die Perspective, 
nicht die Landschaftmalerei, wie an Tiarini, nicht, wie an 
ändern, die Bautenmalerei; sondern in all' diesen Beiwerken 
übertraf er alle Nebenbuhler in den Geschichthildern in S. Mi- 
chele in Bosco, wie Andrea Sac chi urtheilte. In den Fi- 
guren gehört er zu den Schulgerechtesten, und niemand trat 
So in Lodovicois Fusstapfen. Er wird der Schönheit sei- 
ner Engel wegen bewundert, die damals jene ganze Schule so 
eifrig anstrehte und hierin that er es, nach Guido's Mei- 
nung, auch dem Bagnacavallo zuvor. Sein Haupvttalent 
War Nachahmung; theils darum, thcils weil er im Rufe_eines 
Unbehcrzlen stand, und. übrigens tüchtige, nur mehr manie- 
rirte Maler, als er selbst war, copirte, fehlte es ihm an Un- 
terstüzung, so dass er immer Bestellungen erbetteln und um 
die niedrigsten Preise ausführen musste. Von seiner Hand ist 
eine der grössten Bildtafeln der Stadt, die Krönung" eines Bil- 
des U. L. F. in S. Petronio, mit wenig sehr heitern und wohl 
bewegten Figuren im Vorgrunde und vielen andern kunstreich 
vertheilten und abgestuften in der Ferne; ein Bild, das auch 
Seines kräftigen Colorits wegen viel Werth hat! Für die Fa- 
milie Angelelli malte er auch sehr gross die Cebestafel, die Ar- 
beit eines Jahres, worin er Tiefe, Phantasie und Genius eines 
grossen lllalers bewies. Von seiner Hand sind nicht wenig 
kleine Kupferstiche, wo er öfters Guido nahe kommt. 4 
Filippo, sein Sohn, und Domcnico degli Am-' 
llrogj, genannt Menichino del Brizio, waren seine he- 
lianntesten Schüler. Sie malten mehr für Privatleute, als für 
Kirchen. Der zweite ward ein grosser Zeichner, arbeitete viel 
i" Zimmerfriessen, Perspectiven, Landschaften auf Kalk, bald 
in Gesellschaft Dentone's und Colonna's, bald allein; 
Auch war er ein zarter Cahinetstückmaler, wo er zuweilen 
Hgllrcnreiche Geschichten darstellte, wie den in dem reichen und 
Wohl verfassten Camlogo de' quadri del Sig. Canon. Vianelli 
'15 (Jhioggia angeführten Einzug eines Papstes in Bologna. 
Kein Wunder, dass er auch im venediger Gebiet bekannt ist 
""11 geschätzt wird, da er Fnmianik Erzieher, und Pieranß 
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