Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297326
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
nannte ihn, wie Orlandi sagt, 1614 zum Hofmaler. In 
jenem Gebiet arbeitete er viel, nachher in Ferrara, besonders 
in S. Filippo; so auch an mehrern Orten des Pclesine, wn 
ich als sein bestes Stück das Martyrthum der heil. Cäeilia bei 
den Herrn Redetti in Rovigo gelobt finde. Er endete später 
in einem Kloster; was Malvasia nicht kund geworden zu 
seyn scheint, damit er etwas besser von ihm gesprochen 
hätte. (i! i) 
Pietro Faeini fing schon erwachsen zu malen an, auf 
Anrathen Annihale's, der aus einer wunderlichen Zeichnung 
mit Kohle schloss, was für ein guter Maler aus ihm werden 
würde, wenn er in seine Schule triite. Er hatte aber diese 
Entdeckung spiiterhin zu bereuen, nicht nur weil Faein i's Fort- 
schritte ihn eifersüchtig auf seinen Ruhm machten, sondern 
weil er noch dazu ihn aus seiner Schule treten, Nebenbuhler 
im Unterrichle der Jugend, ja, Nachsteller seines Lebens wer- 
den sah. Zwei Vorzüge machten ihn kräftig; einmal eine 
Lebhaftigkeit der Bewegungen und Köpfe, um deren willen 
nhan ihn mit Tintoretto vergleicht; dann eine Wahrheit 
des Fleisches, von welcher Annibale selbst sagt, es scheine, 
als 0b er Menschenfleisch unter die Farben reibe. Ausserdem 
hat er nichts Ergreifendcs, er ist schwach in der Zeichnung, 
ungeschlacht in nackten Körpern Erwachsener, fehlerhaft im 
Ansatz der Hände und Köpfe. Zeit, sich zu vervollkommnen 
hatte er nicht, da er jung, und noch früher als die Caracci, 
1602 starb. In S. Francesco ist ein Gemälde von ihm, die 
Schutzheiligen von Bologna mit einer Engelschaar, die meistens 
das Beste in einen Bildern sind. In der malvezzischen und 
andern Sammlungen der Stadt werden seine Knabenreigen und 
Scherze, nach Art Albanfs, nur in grössern Verhältnissen, 
sehr geschätzt. Sein Schüler war Gio. Maria Täimburini 
der spiiterhin sich Guido näherte und mehr nach seiner Ma- 
nier bcquemte, wie wir bereits benrerkten. 
Francesco Brizio, ein Hochbegabter, diente bis in 
sein zwanstigstes Jahr als Gesell in einer Schuhmacherwerk- 
statt. Dieser durch seinen Geist, der ihn zur Malerei trieb, 
entrückt, lernte er im kurzen zeichnen bei Passerotti, 
kupferstechen bei Agostino; spät fing er unter Lodovico 
zu malen an und stieg in kurzer Zeit so in Ansehen, dass
        

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