Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1297319
lILZ. 
Die Caracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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ßnrnuthig vollendet, von heiterer Farbe und Geschmack. Sein 
Styl neigt sich mehr zu dem des Annibale, dessen Werke 
er treillich copirte, und nach dessen Muster er einige {Monate 
in Rom die schönsten Stücke der griechischen Bildhauerkunst 
zeichnete. Zuweilen scheint auch die Muntcrkeit seines ersten 
Meisters Passerotti hindurch, und noch öfter findet man 
seines vertrauten Freundes Albani Leichtigkeit wieder, mit 
Welchgmber Uebung, Landhaus und Arbeiten theilte. ySein heil. 
Gaetano bei den Theatinern hat eine Glorie höchst anmuthi- 
ger Engel, die von Albani gemalt scheint; und nicht selten 
begegnet man in seinen Bildern den rundlichen Gesichtern 
wieder, dem zarten Fleische, der Süssigkeit, den Scherzen, 
welche Albdani so liebte. Hinsichtlich der Schönheit werden 
unter seinen Arbeiten das Nali me tangere bei den Cölestinern, 
und die Verlobung der heil. Katharina in S. Benedict am mei- 
sten gelobt; seine Geschichtbilder im Vorhof S. Michele in 
Bosco umgerechnet, worunter sehr zierliche sind. 
Bekam er tragische und starke Stoffe, so vermied er sie 
nicht und behandelte sie ohne grosses Streben nach Nacktern 
und Verkürzungen, womit andere prunken, aber mit wahrem 
Kunstverstand. Er hatte därin grosse Gegenwärtigkeit, grog- 
ses Colorit, grosse Munterkeit und veranmuthigte sie immer 
mit schlanken, hübschen, besonders Frauengestalten. So ist 
sein Kindermord im Palast Bontigliuoli, und der Sturz Christi 
bei den Karthäusern, ein durch Fülle, Mannichfaltigkeit und. 
Ausdruck furchtbare: Bild, mit dessen malerischem Feuer ich 
kein Werk Albani's zu vergleichen wüsste. Man hat Cabi- 
hetstücke von ihm, die stets gut gezeichnet und meistens von 
höchst reizenden Tinten sind; was man zuweilen vermisst, ist 
grössere Abstufung der Tinten nach dem Hintergrunde zu. 
Unter vielen Schülern hatte er Sebastian o" Brunetti, wel- 
chen Guido vollends ausbildete, einen zarten Maler, der 
über nicht lange lebte, und den Bologner Antonio Rande. 
Nlalvasia sagt, man könne von ihm nicht viel Gutes sagen, 
11ml spielt damit vermuthlich auf einen Mord an, den er in 
Bologna veriibte. Uebrigens zählt er ihn unter die besten 
Schüler erst Guido's, dann MassarPs, an dessen Style 
91' sehr hing. Seiner Geschicklichkeit wegen gewährte ihm der 
Herzog von Moelena eine Freistatt in seinem Gebiet und er- 
m. Bd. l '
        

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